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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 21:03 UhrKommentare

"Das hast du alle 30 Jahr' einmal"

An ihre Grenzen gingen die Retter der Suchaktion auf der Schneealpe.

Bernhard Ulm, Einsatzleiter: "Fünf Minuten entschieden über Leben und Tod"

Foto © FUCHS Bernhard Ulm, Einsatzleiter: "Fünf Minuten entschieden über Leben und Tod"

Einträge von Usern auf www.gipfeltreffen.at zur Suche nach zwei Verletzten machten am Montag die Runde - blanker Hohn, wie viele meinten. Da seien die Bergretter schlecht ausgerüstet gewesen, wenn es Verletzte gab, steht da etwa. Und wo die Allgemeingefährdung sei, denn die Bergretter gingen freiwillig auf den Berg. Bernhard Ulm, Einsatzleiter der Bergrettung Neuberg: "Das nehm' ich nicht ernst. Das sind ja Buam."

Ulm war gestern im Krankenhaus und hat einen der Geretteten besucht. "Da sind Leute, die Hilfe brauchen", so sehe er das bei Einsätzen. Zorn hat da keinen Platz. Allerdings stellt die Bergrettung eine Rechnung, denn es fehlt Ausrüstung, teilweise wurde sie weggeweht. "Wir haben Schi verloren, Felle, Handschuhe." Ulm hält auch fest: "Nie zeigt die Bergrettung jemanden an." Das ergab der Polizeieinsatz.

Knapp an den Grenzen

Es war ein Einsatz, der an die Grenzen der Männer ging. Der Älteste, der mit war, meinte danach: "So was hast du nur alle 30 Jahre." Ulm: "Aber wir kennen das Gebiet, wir wussten, dass die Tourengeher die Nacht nicht überleben." Die Bergretter planten diesen Einsatz - wie jeden anderen auch - ganz genau. Ulm: "Wir wissen, welche Leute wir wo raufschicken können." Die Männer kennen ihre Leistungsfähigkeit. Es gab einen Suchtrupp und einen Bergetrupp, ein Team in einem Basislager. Und genug Ersatzleute, denn einige mussten abbrechen.

"Wir sind sehr gut ausgerüstet", sagt Ulm. Teilweise doppelt, um Ersatz zu haben für Verlorenes. Keiner geht ohne Mundschutz und Brille. Aber bei minus 25 Grad und 60 km/h Wind - gefühlte 50 Grad minus - hielten beim Aufstieg teilweise die Felle nicht mehr auf den Schiern, durch das Schwitzen beim Aufstieg froren Brillen an und Augen ein. Die erforderliche Bedienung von Gerätschaft ohne Handschuhe lässt die Finger abfrieren, trotz der besten Ausrüstung. Mental ist das schwierig. Ulm: "Wenn du über Funk hörst, jetzt geht es den Leuten schon nicht mehr gut." Kurz vor dem Aufgeben wurden die Tourengeher dann gefunden, in letzter Minute. MICHAELA AUER

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