Aus für Zweitheizungen
Drei Tage in Serie hat die Feinstaubbelastung in Graz und Umgebung die zulässigen Grenzwerte um mehr als die Hälfte überschritten. Damit tritt zum ersten Mal das Betriebsverbot für Zweitheizungen, die mit festen Brennstoffen befeuert werden, in Kraft.

Foto © APA
GRAZ. Drei Tage in Serie hat die Feinstaubbelastung in Graz und Umgebung die zulässigen Grenzwerte um mehr als die Hälfte überschritten. Damit tritt zum ersten Mal das bereits im Vorjahr angekündigte Betriebsverbot für Zweitheizungen, die mit festen Brennstoffen befeuert werden, in Kraft. Betroffen sind neben der Stadt Graz die südlichen Nachbargemeinden Feldkirchen, Gössendorf, Grambach, Hart, Hausmannstätten, Pirka, Raaba und Seiersberg. Das Verbot gilt ab Freitag um Mitternacht und bis auf Widerruf.
Die Maßnahme erfasst alle Heizanlagen, die mit festen Brennstoffen (etwa Holz oder Kohle) und zusätzlich zu einer Hauptheizung betrieben werden. Ausgenommen sind lediglich fix gesetzte Kachelöfen. Das Betriebsverbot ist Teil des neuen Luftreinhalteprogramms von Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) und zielt vor allem auf die beliebten "Schwedenöfen" ab, die etwa in Baumärkten erhältlich sind und ohne zusätzliche Genehmigung in Wohnungen und Häuser gestellt werden dürfen. Schätzungen zufolge tragen sie an kalten Wintertagen beträchtlich zur Feinstaubbelastung bei
Kontrolliert wird das Verbot von den betroffenen Gemeinden. "Wir gehen aber davon aus, dass auch die Nachbarn die Augen offen halten, ob alles ordnungsgemäß abläuft", heißt es beim Land Steiermark. Die Strafen bei Zuwiderhandeln sind jedenfalls saftig - theoretisch reicht der Strafrahmen bei Verstößen gegen das Feuerungsanlagengesetz bis zu 20.000 Euro.
Das Zweitheizungsverbot bleibt so lange aufrecht, bis die Feinstaubwerte wieder unter die Marke von 75 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft absinken. Laut den Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie (Zamg) in Graz dürfte das zumindest während des Wochenendes nicht passieren. Die Luftbelastung bleibt vorerst hoch. Am Donnerstag gab es im gesamten Land Grenzwertüberschreitungen, in Graz lagen die Werte bei mehr als 100 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft.















