Reform? Regionen um Graz skeptisch
Finanziell gehen sie nicht am Stock, auch die Einwohnerzahlen steigen. So begegnen viele Kleinregionen rund um Graz den Reformplänen des Landes skeptisch und selbstbewusst.

Foto © EderGemeindereformer Schützenhöfer (VP) und Voves (SP) werden es schwer haben im Bezirk Graz Umgebung
Zittern und Zähneknirschen wie in den ober- und oststeirischen Amtsstuben? Das ist vielen Bürgermeistern in Graz Umgebung fremd. Die berühmt-berüchtigte Gemeindereform geht an ihnen, so der Eindruck, nahezu spurlos vorüber. In Wahrheit hat man die Gelegenheit, sich freiwillig zu melden, nicht ungenützt verstreichen lassen. Schon gar nicht Kleinregionen, wie es sie von Norden (GU Nord) bis Süden (Unteres Kainachtal) gibt. Obleute und Vertreter aus sieben Kleinregionen sowie Graz haben der Kleinen Zeitung geschildert, wie man den Reformplänen gegenübersteht (siehe links und unten).
Eigenständig. In den meisten Fällen wollen die Gemeinden eigenständig bleiben. "Wir haben weder Geldsorgen noch Abwanderung", bringt Bürgermeister Harald Mulle (Judendorf-Straßengel) die Meinung vieler Kollegen auf den Punkt.
Gespalten. Aber nicht überall zieht man an einem Strang. So könnte es Johann Ussar (Frohnleiten, mehr als 6000 Bürger) eigentlich egal sein, ob die zwei Kleinregionsgemeinden zu ihm kommen. Man würde die finanziell interessante Größe von mehr als 10.000 Einwohnern ja ohnehin nicht erreichen. Die Nachbarorte wollen indes alleine weitermachen.
Heftig wird hingegen im unteren Kainachtal gerungen: Das rote Lieboch möchte zwei Nachbarn "schlucken", aber diese wehren sich heftig. Prompt verlangt die FPÖ von Landeshauptmann Franz Voves, den "wild gewordenen Liebocher Bürgermeister" zurückzupfeifen . . .
Willig. Als Reformeifrige innerhalb der Kleinregionen fallen nur Nestelbach, Edelsgrub, Krumegg und Langegg auf, wo gemeinsam an einer neuen Gemeinde gearbeitet wird.
Kooperativ. Aufgerüttelt haben die Reformpläne jedoch alle Ortschefs. Kein Befragter, der nicht beteuerte, Kooperationen noch vertiefen zu wollen. Beispielsweise findet heute im Gemeindeamt Höf-Präbach (18.30 Uhr) eine Bürgerversammlung statt, um einen Verband mit Brodingberg, Hart-Purgstall und Eggersdorf zu erläutern. Henry Koo, der Vizebürgermeister (ÖVP) von Höf-Präbach, schwärmt von einem Modell eines verbindlichen Verbands. Der würde die Kosten senken, aber gleichzeitig die "guten Strukturen innerhalb unserer Gemeinden nicht zerschlagen".
Was die Ortskaiser von Graz Umgebung im Einzelnen sagen, steht am Sonntag in G7, der Stadtzeitung der Kleinen Zeitung.















