Bezirks- und Gemeindesuche
Voves: G'spür, aber keine Strategie
In Umfragen hatte sich das Kopf-an-Kopf-Rennen abgezeichnet, jetzt haben es die Parteichefs schwarz auf weiß. Wir analysieren Stärken und Schwächen vor der Schlacht um den Landeshauptmann-Stuhl.

Foto © Kanizaj
1. Die Organisation:
Der Geschäftsführer der Partei, Toni Vukan, ist angeschlagen. Er hatte aber auch vorher wenig Einfluss auf strategische Entscheidungen, ebenso wie Klubchef Walter Kröpfl. Manche beklagen überhaupt das Fehlen jeglicher Strategie. Als Verstärkung hat sich Voves Ex-Parteisekretär Siegfried Schrittwieser an die Seite geholt, der aber als Regierer durchaus ausgelastet ist.
2. Die Funktionäre:
Franz Voves spürt, dass die Funktionäre längst nicht so motiviert sind wie 2005, und er will das schleunigst ändern: Am Osterdienstag ruft er, und "300 bis 500 Funktionäre" sollen kommen: In Kapfenberg, dem Ort der schmerzlichsten Niederlage, will er sie auf die Herbst-Wahl einschwören. Die Emotionalität fehle noch, analysiert der Chef: "Es reicht nicht, wenn sich die Funktionäre gemeinsam stark fühlen."
3. Franz Voves als Person:
Der Chef ist das große Plus der Partei und gleichzeitig ihre Achillesferse: Franz Voves ist vielen sympathisch, er hat das Gespür für die richtigen Themen zur richtigen Zeit und er ist, wenn er gut drauf ist, ein überzeugender Anwalt der kleinen Leute, auch wenn er selbst schon lange in der Vorstandsetage zu Hause ist. Sein eigenes Dilemma hat er gestern als Dilemma vieler Bürgermeister analysiert: Dass diese sich innerhalb ihrer Funktionärskreise motiviert und sicher fühlten, dass der Funke aber nicht überspringt. Voves selbst führt die Partei seit seinem Wahlerfolg als "one man show". Man hat es akzeptiert, aber man lässt ihn dadurch auch eher machen, als dass man selber macht. Dazu kommt, dass Voves wegen der Attacken der ÖVP immer öfter schlecht drauf ist, auch wenn er gestern betonte, er habe sich nicht viereinhalb Jahre "an-kübeln" lassen, um dann vor der Wahl aufzugeben.
4. Der Wind aus Wien:
12 verlorene Wahlen, inklusive der gestrigen, und kein Rückenwind aus Wien. Mit SPÖ-Chef Werner Faymann hat Voves inzwischen die Linie abgeklärt: Am Tag vor dem Bundesparteitag am 12. Juni werden in Workshops "klarere Positionierungen, etwa in der Verteilungsgerechtigkeit" gesucht. Voves geht's dabei nur um die eigene Wahl. "In Wien will ich kein Terrain mehr gewinnen."
5. Die Umfragen:
Laut letzter Umfrage der Kleinen Zeitung lägen SPÖ und ÖVP bei Landtagswahlen gleichauf - bei jeweils 36 Prozent. Bei der Direktwahl des Landeshauptmannes lag Franz Voves mit 34 Prozent vorn, wobei er vor allem mit Sympathie, Kompetenz, Volksnähe und Vertrauenswürdigkeit punktete. Einen früheren Wahltermin als Herbst, um dem Erstarken der Freiheitlichen zuvor zu kommen, lehnt die SPÖ ab.















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