Bezirks- und Gemeindesuche
"Vierspuriger Ausbau ist für Neumarkt kein Thema"
Von der Kriechspur zum Elektroauto, vom Bierdeckel zum Traum vom blühenden Markt: Nachlese zur Wahldiskussion der Kleinen Zeitung in Neumarkt.
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Im Neumarkterhof. Hart an der Straße. Nicht irgendeine. Die, die verlegt, eingegraben, verbreitert oder pulverisiert werden soll. Ja, was nun, die Herren und Dame Kandidaten, die Sie am Sonntag auf das Kreuzerl der Neumarkter hoffen? Klar, dass für das Thema Ausbau S 36/S 37 Dienstag Abend die Ampel auf grün stand, als die Kleine Zeitung zur Diskussion geladen hatte.
Eindeutig dagegen Max Prem von der Liste Neumarkt. "Uns wird es ärger treffen als das Inntal" warnt er und wirft der ÖVP ob ihres "Anti-Straßen-Schwenks" Wählertäuschung vor. "Neumarkt kann sich anders besser entwickeln", hatte der schwarze Vizebürgermeister Wolfgang Griedl zuvor gemeint, es sich nicht mit der Wirtschaft verscherzen zu wollen. Bravo-Rufe für SPÖ-Frau Monika Gruber: "Es ist für alles Geld da, warum nicht für uns Menschen?" plädiert sie für einen Tunnel, will den Transit auf die A 2 zwingen. Karl Spernbauer, BZÖ, mag Ausbau oder Umfahrung. Und Bürgermeister Reinhardt Racz, FPÖ und Unabhängige, parkt erst ein, nachdem Redakteur Josef Fröhlich, Moderator des Abends, nochmals Gas gegeben hatte: "Ein vierspuriger Ausbau ist für Neumarkt kein Thema." War doch immer schon eine Umfahrung der Favorit, zweispurig mit Kriechspur. Und die Straße an sich eigentlich kein Gemeindethema.
Wie bitte? Prem schüttelt den Kopf, wie des öfteren in diesen zwei Stunden. Und lacht. Und schaut auf die Uhr. Weil, wer ein "knallharter" Oppositionsmann sein und bleiben will, der stoppt.
Obwohl der Goldschmied selbst "schwer zu bremsen" sei, wie Monika Gruber bei der gegenseitigen Charakterisierung diagnostizierte. Lachen im Saal – mit rund 150 Besuchern übrigens super voll – brandet auf, als Max Prem vom Moderator ausgerechnet den Ortschef aufgebrummt bekommt: "Ein erfolgreicher Mann, mit großartigem Einsatz für die Tonnage-Beschränkung", schmeichelt er schließlich.
Eine solche gab es für Reinhardt Racz offenbar nicht – ein Riesenpaket an Erfolgsgeschichten hatte er angekarrt. Und er erntet Applaus, als er gegen Ende verlautbart: "Kerzengerade so weitermachen wie in den letzten fünf Jahren – es gab noch nie eine so erfolgreiche Periode."
Eingebettet
Es war die "Was-würden-Sie-als-Bürgermeister-verändern"-Frage, bei der Monika Gruber von einem im Naturpark eingebetteten Neumarkt und einem Hauptplatz voll belebter Geschäfte träumte, ernsthaft um stärkeres soziales Engagement bemüht sein will. Karl Spernbauer möchte die Gewinne des E-Werkes in Gutscheine für die Bürger verwandeln, und Wolfgang Griedl gab sich grün gefärbt: energieautark werden, Elektrofahrräder und -autos zum Ausleihen, Imbisslokal. Quer durch die Bank gab's Forderungen für mehr Jugendangebot, mehr Schultypen. Und alle wollen das Altstoffsammelzentrum.
Den einst von Haider selig erfundenen Taferleinsatz aktivierte Max Prem – okay, es war bloß ein Zettel – als Wolfgang Griedl der Gemeinde einen niedrigen Verschuldungsgrad bescheinigte. Wie überhaupt Taferln an diesem Abend ziemlich angesagt waren: "Jo!" und "Na!" signalisierten unsere Spezial-Bierdeckel für das Publikum, welches damit von Redakteur Fröhlich zum Abstimmen motiviert wurde. Motiviert auch die Diskussionsrunde im Anschluss: Alt-Glasermeisterin Annemarie Zischka: "Ich kann sagen, was es heißt, neben der Straße am Hauptplatz zu wohnen. Warum wurde nicht schon früher um eine Umfahrung geschaut?" Thomas Maier hält lieber Ausschau nach einer "Energieregion Zirbitzkogel-Grebenzen": Wo bleibt die Initiative? Fragen über Fragen.
Zumindest jene nach dem nächsten Gemeinderat wird am Sonntag beantwortet.

















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