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Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Gemeinderatswahl Nächster Artikel Bürgermeister, der schönste Beruf? Bürgermeister mit hohem Wähleranteil
Zuletzt aktualisiert: 11.03.2010 um 23:03 UhrKommentare

Ferraris mitten in Pöllau

In der oststeirischen Gemeinde muss der Sparstift angesetzt werden. Wo und wie muss - darüber haben die Spitzenkandidaten am Donnerstag diskutiert. Der Hauptplatz soll zur Schmankerlstube werden.

1 / 10 Arena in Pöllau

Lokalpolitik in hochherrschaftlicher Umgebung: Am Donnerstagabend lieferten sich im Pöllauer Schloss Bürgermeister Heribert Hirschegger (SPÖ), Hans Schirnhofer (ÖVP) und Georg Kury (Grüne) den vermutlich letzten Schlagabtausch vor der Gemeinderatswahl am 21. März. Geht es nach den drei Spitzenkandidaten sollen künftig noch mehr Menschen in die alten Gemäuer und ins Ortszentrum kommen. "Wir wollen den Pöllauer Hauptplatz zur Schmankerlstube der Steiermark machen", brachte es Hirschegger für seine Partei auf den Punkt.

Was die abgelaufene Legislaturperiode betrifft, war sich das Podium hingegen wenig einig. Hat sich doch die Marktgemeinde in den vergangenen Jahren durch den Bau einer Sporthalle und eines Jugendgästehauses enorm verschuldet: Rund sechs Millionen Euro Außenstände bei einem Budget von 4,8 Millionen Euro. "Wir hatten einen baufälligen Bauhof und keine Tennishallen", rechtfertigte sich der Bürgermeister. Zudem wären Arbeitsplätze entstanden. Auch habe es zuvor keinen entsprechend großen Beherbergungsbetrieb im Ort gegeben. Das bestätigte auch Schirnhofer. Laut VP-Mandatar sei jedoch die Finanzierung der Bauten nicht optimal gewesen. "Unsere Zweifel wurden auch kommuniziert." Doch man sei einer Zwei-Drittel-Mehrheit gegenübergestanden. Kury pochte hingegen auf eine Steigerung der Einnahmen und Drosselung der Kosten. "Wir können bei der Energie anfangen", meint er. Bis zu drei Millionen jener neun Millionen Euro, die die Sporthalle derzeit jährlich an Energiekosten schluckt, könnten durch entsprechende Umrüstungen eingespart werden. Zustimmung bekam der Grüne-Kandidat vom Bürgermeister betreffs Einnahmen: "Wir könnten eine Ferrarischau oder eine E-Bike-Show veranstalten." Beim Thema Einrichtung ließ Hirschegger hingegen seine aktionistische Ader aufblitzen. Hatte er doch zur Diskussion extra einen Stuhl aus der Sporthalle mitgenommen, um zu zeigen, dass das Geld dort nicht in "Luxusmöbel" geflossen sei.

Was das Gemeindebudget angeht, können sich sowohl SPÖ als auch ÖVP eine noch stärkere Zusammenarbeit mit den fünf anderen Gemeinden des Pöllauertals vorstellen. "Ich denke da etwa an den Fuhrpark", präzisierte Schirnhofer.

Kein Fahrverbot dürfte jedoch auf in Zukunft auf dem Pöllauer Hauptplatz herrschen. Keiner der Spitzenkandidaten will den Wirtschaftsstandort gefährden. Angesprochen auf die Übersiedlung der Raiba-Filiale in das Pöllauberger Einkaufszentrum meinte Schirnhofer - er ist auch Prokurist der Bank: "Das Geschäftslokal wurde zu klein, ein Ausbau war leider bautechnisch nicht möglich."

Sollten sowohl SPÖ und ÖVP jeweils sieben Mandate erreichen, würde Georg Kury zum Bürgermeistermacher. Er zeigte beim Thema Koalition eine leichte Tendenz in Richtung Sozialdemokraten: "Ich habe kein Problem, wenn Heribert Hirschegger Bürgermeister bleibt." Grundsatz sei aber, dass die stimmenstärkste Partei den Bürgermeister stellt. Mit ihm als Vizebürgermeister? "Wenn es um Bedarfszuweisungen geht, ist ein grüner Vize wohl wenig sinnvoll", analysierte Kury.

HARALD HOFER, MONIKA SCHACHNER

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