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Das Duell: Voves vs. Schützenhöfer
Es gibt ihn noch, den Landeshauptmann-Bonus. Jener Trend, der seit den 70er-Jahren Politiker und Journalisten beschäftigt. Im Fall von Franz Voves ist der Bonus allerdings nicht sehr ausgeprägt.

Foto © ScheriauWer bekommt ihn, den Stuhl des Landeshauptmanns?
Die Spannung für die herbstliche Landtagswahl bleibt gewahrt: SPÖ und ÖVP liegen derzeit gleichauf, beide könnten mit rund 36 Prozent der Stimmen rechnen. Das ergab eine OGM-Umfrage im Auftrag der Kleinen Zeitung, die im Dezember durchgeführt wurde. Und es ist noch vieles möglich: Knapp 30 Prozent der Wähler sind noch unentschlossen. Eines aber scheint sicher: Die FPÖ, die bei der Landtagwahl 2005 aus dem Landtag geflogen war, kann nicht nur mit sechs Mandaten rechnen, sondern auch mit einem Sitz in der neunköpfigen Landesregierung.
Der Kampf um den Landeshauptmann-Sessel ist völlig offen, denn er muss von einer Mehrheit im 56-köpfigen Landtag gewählt werden. Welche Koalition es dafür gibt, kann derzeit niemand sagen. Klar ist nur, dass beide Regierungsparteien gegenüber allen anderen Parteien Verhandlungsbereitschaft signalisiert haben. Da jeder Landeshauptmann nur mit einer Mehrheit in der Landesregierung effizient regieren kann, kommt der FPÖ bei 4 : 4 : 1 die Funktion des Züngleins an der Waage zu. Eine Position, in der sich die FPÖ zwischen 1991 und 2005 sehr wohl fühlte.
OGM UMFRAGE
| Franz Voves (SPÖ) | Hermann Schützenhöfer (ÖVP) | |
| 43 % | Sympathie | 25 % |
| 35 % | Kompetenz | 30 % |
| 27 % | Verlässlichkeit | 29% |
| 37 % | Volksnähe | 24 % |
| 29 % | Vertrauenswürdig | 21 % |
| 18 % | Zuletzt verbessert | 24 % |
Großer Verlierer der Landtagswahl könnte die KPÖ werden. Laut OGM liegt sie nur noch bei vier Prozent, ob das überhaupt für den Einzug in den Landtag (derzeit vier Mandate) reicht, ist fraglich. Der Grund für die Schwäche der KPÖ liegt auf der Hand: Nur noch 23 Prozent jener Personen, die 2005 KPÖ gewählt haben, wollen sie im Herbst wieder wählen. Aber satte 48 Prozent wollen sie nicht mehr wählen. Wie hoch der Anteil der KPÖ zuletzt bei den Protestwählern war, zeigt ein anderes Detail: 20 Prozent der letzten KPÖ-Wähler wollen jetzt direkt zur FPÖ wechseln.
Kleinparteien
Mehr als ungewiss ist auch der Einzug des BZÖ in den Landtag, die aktuellen drei Prozent würden nicht reichen. Wobei dieses Ergebnis von Bundesthemen überlagert wird - das aktuelle Tohuwabohu vertreibt selbst die letzten Sympathisanten. Indirekter Nutznießer könnten die Grünen sein, die ehemals alternative Partei steht plötzlich als stabiles Element da. Mit sieben Prozent scheint ein leichter Zugewinn möglich. Umso mehr, als nur zwei Drittel ihrer alten Wähler angeben, sie sicher wieder zu wählen.
Unklar ist, worauf die deutlich höheren Verluste der SPÖ gegenüber der ÖVP zurückzu- führen sind. Sicher fällt SPÖ-Chef Franz Voves die aktuelle Verfassung seiner Bundespartei auf den Kopf - und die Schwäche von Kanzler Werner Faymann. Dazu kommt die Wirtschaftslage, die quasi die Schwäche der Regierenden augenscheinlich werden lässt: 70 Prozent der FP-Wähler, 60 Prozent der schwarzen Wähler und immerhin 37 Prozent der SPÖ-Wähler finden, dass die Steiermark unter Landeshauptmann Voves "eher zurück" bleibt.
Mehr Sparsamkeit
Was freilich kein Grund zum Jubeln für die ÖVP sein kann: Sie verliert selbst gegenüber ihrem letzten, historisch schlechtesten Ergebnis noch an Stimmen. Auch im Vergleich der Spitzenkandidaten liegt Hermann Schützenhöfer hinter Voves, auch wenn die Abstände zuletzt immer geringer wurden. Ein klares Plus dagegen hat die ÖVP durch ihre Regierungsmannschaft: Sie liegt mit großem Abstand vor der SPÖ (siehe auch die nächsten Seiten).
Ein überraschendes Detailergebnis beim Landesbudget: Mit 55 Prozent sind mehr als doppelt so viele Bürger für mehr Sparsamkeit als für neue Schulden (26 Prozent). Selbst in der SPÖ sind 51 Prozent für die Streichung von Ausgaben, einzig die Grünen sind mit knapper Mehrheit für zusätzliche Schulden.



















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