Hypo macht der Justiz viel Arbeit
Die Bank liegt mit einigen Ex-Managern im Dauerclinch, es hagelt Klagen und Gegenklagen. Für alle Angeklagten in Strafprozessen gilt die Unschuldsvermutung.

Foto © Weichselbraun
50 Millionen Euro
20. Februar 2012
Stiftung. Das Verfahren betrifft die Mitarbeiterstiftung der Hypo, die stellvertretend für alle Alteigentümer von der BayernLB geklagt wurde. In dieser Causa sind die Ex-Vorstände Kulterer und Striedinger Seite an Seite mit der Bank, die sich dem Verfahren angeschlossen hat.
5,49 Millionen Euro
27. März 2012
Missbrauch. Die Anklage wirft den Ex-Managern vor, die Bank um 5,49 Millionen geschädigt zu haben. Sie sollen unter "Missbrauch ihrer Befugnisse und unter Verletzung der Eigenmittelvorschriften des Bankwesengesetzes" im Jahr 2004 elf liechtensteinischen Anstalten Kredite um 5,15 Millionen Euro verschafft haben. Vor dem Strafrichter: Kulterer, Striedinger, Kucher, Gabriel.
48 Millionen Euro
3. Juli 2012
Ex-Manager. Die Hypo klagt die Ex-Manager und zahlreiche Investoren, die 2004 vom Kauf der Vorzugsaktien profitiert haben. Der Richter hatte Bedenken gegen die Klage, wird aber das Verfahren, das am Dienstag am Handelsgericht in Wien begonnen worden ist, am 3. Juli fortsetzen, dann sollen Schlüssigkeit und Verjährung geprüft werden.
85.250 Euro
Zivilklage
Confida. Ehemalige Mitarbeiter haben Abfertigungen eingeklagt. Noch nicht beendet ist ein Verfahren, das die Confida gegen die Hypo anstrengt, und zwar wegen eines noch offenen Honorars von 85.250 Euro, das Honorar für die Bankbilanz 2004, das 2006 aufgehoben worden ist und Kulterer eine Verurteilung wegen Bilanzfälschung eingebracht hat.
6,21 Millionen Euro
Noch offen
Land Kärnten. Das Land Kärnten hat ebenfalls Klage erhoben. 6,21 Millionen Euro will man an ausstehenden Haftungsprovisionen für 2010 einklagen. Diese Geldquelle ist seit der Verstaatlichung der Hypo-Bank im Jahr 2009 versiegt. Die Bank argumentiert, dass de facto der Bund hafte, und verwies das Land an die Republik Österreich. Da auch von dort kein Geld kam, beschritt man den Klagsweg.
262.000 Euro
Ruhend
Tochter. 2008 klagte die Hypo Holding die Hypo International, also die eigene Tochter auf 262.000 Euro. Worum es dabei ging, war nicht zu eruieren. Auch die Landesholding will von der Bank Geld zurück, das einst aus dem Zukunftsfonds für Kulterers Projekt der Untertunnelung der Wörtherseetrasse geflossen ist: 500.000 Euro.
140.000 Euro
Mehrere Klagen
Rechtsschutz. Ex-Manager Günther Striedinger hat die Hypo mehrmals geklagt. Die Bank sollte seine Anwälte bezahlen, was ihm zugesprochen wurde (vorbehaltlich eines Freispruchs im Strafprozess). Dann sah sich Striedinger durch die Veröffentlichung eines Berichts von Detektiv Dietmar Guggenbichler kreditgeschädigt. Schließlich meint er, die Bank müsse ihn weiter Rechtsschutz versichern.
400.000 Euro
Zivilverfahren
Bürgschaft. Ex-Manager Wolfgang Kulterer hat mehrere Auseinandersetzungen mit der Hypo. So läuft ein Zivilverfahren, weil Kulterer die Hypo wegen eines Wertpapierdepots mit 35.000 Euro geklagt hat. Die Bank rückt das Geld nicht heraus und beruft sich auf ihr Pfandrecht. Kulterer wurde wiederum geklagt, weil er für einen Kredit eines kroatischen Unternehmens eine Bürgschaft in Höhe von 400.000 Euro übernommen hat. Der Kredit wurde faul, die Bank will Geld, Kulterer will nicht zahlen.














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