Mehr deutsche Urlauber in der Steiermark
Der Trend hat sich abgezeichnet: Binnen 20 Jahren hat Österreich fünf Millionen deutsche Nächtigungen verloren. Die Aufenthaltsdauer hat sich von sechs auf 4,5 Tage verkürzt - Österreich verliert bei deutschen Urlaubern, nur die Steiermark nicht.

Foto © Steiermark Tourismus
Die gute Nachricht: Die Deutschen werden auch heuer lieber den Gürtel im Alltag enger schnallen, als die "besten Wochen des Jahres" zu opfern. "Urlaub ist für die Deutschen ein Highlight", besagt die Tourismusanalyse 2012 der Fachhochschule Salzburg. Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht: Österreich kommt in den Reiseplänen der Deutschen kaum noch vor. "Vor allem Frauen finden das Urlaubsland zusehends langweilig", will Reinhold Popp, wissenschaftlicher Leiter der FH Salzburg, in einer Studie herausgefunden haben.
Hingegen kommen Frauen bei Kroatien ins Schwärmen. Popp: "Es ist wohl das mediterrane Lebensgefühl, das Frauen anzieht." Das ist bedenklich, weil in erster Linie Frauen bestimmen, wohin die Reise geht. "Österreich hat ein Defizit bei den Jungen und den höher Gebildeten", hat Popp erhoben. Die Deutschen sind mit einem Gästeanteil von 48 Prozent die wichtigste Urlaubergruppe in Österreich. Im Vorjahr verringerte sich deren Zahl um 1,6 Prozent auf 47 Millionen.
Mehr Kurzreisen
Der Trend hat sich abgezeichnet: Binnen 20 Jahren hat Österreich fünf Millionen deutsche Nächtigungen verloren. Die Aufenthaltsdauer hat sich von sechs auf 4,5 Tage verkürzt. Wenigstens die Österreicher bleiben Österreich treu und urlauben am liebsten in Kärnten und der Steiermark, wie zahlreiche Umfragen belegen.
Allerdings trifft das wachsende Desinteresse deutscher Urlauber hauptsächlich die Länder Tirol, Vorarlberg und Kärnten. In der Steiermark stellt sich die Situation noch umgekehrt dar, erklärt Tourismusdirektor Georg Bliem. "Bei uns gibt es für Deutsche noch sehr viel zu entdecken, dementsprechend rühren wir die Werbetrommel." Im Sommer 2011 urlaubten fast 300.000 Deutsche in der Steiermark, ein Plus von sechs Prozent. Bei den Nächtigungen ging sich ein Zuwachs von 2,5 Prozent aus. Vor allem Bayern, Hessen und Urlauber aus Nordrhein-Westfalen zeigen sich als Steiermark-Liebhaber.
Eine andere Tendenz beunruhigt laut der Salzburger Studie die Branche: Reisen wird immer mehr zum Vergnügen für Besserverdienende. Die Zahl der Reisenden mit einem Haushaltseinkommen von unter 1500 Euro sank von 35 auf 23 Prozent. Ulrich Reinhard, Professor an der FH Salzburg, warnt daher die Hoteliers, auf der Jagd nach Sternen und Luxus die Kaufkraft der Kundschaft nicht aus den Augen zu verlieren.















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