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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 um 21:44 UhrKommentare

Schlecker Österreich "sehr gut unterwegs"

Nach der Insolvenz von Schlecker in Deutschland betonen das Management und die Eigentümerfamilie, dass die Österreich-Tochter nicht vom deutschen Insolvenzverfahren betroffen sei. Man bleibe "eigenständig und erfolgreich".

Foto © APA

WIEN. Die rund 3000 Mitarbeiter von Schlecker in Österreich können aus derzeitiger Sicht einigermaßen beruhigt in die Zukunft schauen. "Österreich ist und bleibt eigenständig", sagt Lars Schlecker, der gemeinsam mit seiner Schwester Meike das Unternehmen führt. Und: Die Filialen in Österreich sind erfolgreich. Die Österreich-Tochter sei "definitiv nicht vom deutschen Insolvenzverfahren betroffen", unterstreicht Schlecker-Vorstand Thorsten Rusch.

Österreich bilanziert eindeutig positiv, auch die Länder, die von hier aus betreut werden (Italien, Polen, Luxemburg, Belgien), erwirtschaften positive Beiträge. Darüber, ob das Filialnetz in vollem Umfang aufrechterhalten bleibt, gibt es aktuell keine Informationen. Handelsexperten sind der Ansicht, Schlecker habe nicht immer die besten Lagen besetzt. Aus diesem Grund gab es schon in der Vergangenheit Filialschließungen.

Ohne einen Investor wird die Sanierung von Schlecker nicht zu schaffen sein, meinte gestern in Wien Lars Schlecker: "Ein Investor ist wahrscheinlich und notwendig." Verhandelt werde mit vielen potenziellen Interessenten, es gebe aber keinen Zeitrahmen. Die Familie werde keine Einlage ins Unternehmen leisten, auch das Auslandsgeschäft nicht abstoßen, dort lägen die größten Wachstumschancen.

Kunden verloren

Seit 2008 hat sich die Rangfolge der Drogeriebranche in Österreich nicht verändert, wohl aber die Beliebtheit bei den Kunden (siehe Grafik). Bipa hat laut einer Umfrage des Imas-Instituts 76.000 neue Kunden gewonnen, bei Müller waren es sogar 164.000. dm hat in diesem Zeitraum rund 180.000 Kunden verloren, bei Schlecker ging es noch steiler bergab, 300.000 Kunden wanderten ab.

Ganz so rosig ist die Lage für Schlecker Österreich auch nicht. Das Ergebnis lag in den vergangenen Jahren stets im siebenstelligen Bereich (Gewinn in Millionenhöhe), solche Summen werden auch für 2012 angestrebt. Allerdings schuldet die Konzernmutter der Österreich-Tochter knapp mehr als 100 Millionen Euro. Dieser Betrag könnte, wird er nicht bezahlt, Schlecker Österreich gefährlich werden.


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