Mercedes G bleibt Steirer
Aufatmen am Automobilstandort Graz. Nach hartem Ringen behält Magna Steyr den Fertigungsauftrag für den Mercedes G und wird ihn sogar bis 2020 montieren.

Foto © KANIZAJ Wird seit 1979 in Graz gebaut: Der "G" ist ein automobiles Kulturgut
Die Aufregung war groß. Und das Geschäft stand tatsächlich auf der Kippe. Die Androhung von Mercedes, den Geländewagen "G" künftig in Ungarn bauen zu lassen, sofern sich Auftragsfertiger Magna nicht bei den Kosten bewegen würde, ließ in den letzten Tagen und Wochen die Drähte zwischen Graz und Stuttgart glühen. Jetzt scheint es zu einer Einigung gekommen zu sein: Wie aus Unternehmenskreisen von Daimler zu vernehmen ist, steht der neue Vertrag vor der Unterzeichnung und garantiert Magna Steyr weiter die Produktion des seit 1979 in Graz gebauten Klassikers - und zwar nicht bis bloß bis 2016, sondern bis zum Ende des Jahrzehnts.
Neuer Vertrag
Damit die langfristige Geschäftsbeziehung mit einem der ältesten und wichtigsten Kunden erhalten bleibt, hat Magna freilich an der Kostenschraube drehen und den Deutschen günstigere Konditionen einräumen müssen. Daimler hat wegen der steigenden Nachfrage und der Erhöhung der Produktion einen besseren Preis für den "G" eingefordert. So wird heuer die Produktion auf über 8500 Stück erhöht, in den nächsten Jahren könnten es wegen einiger Militäraufträge sogar bis zu 10.000 Stück pro Jahr sein.
Der enorme Kostendruck am Standort Graz wird für Magna zunehmend ein Problem. Hatte Magna-Steyr-Chef und Europa-Präsident Günther Apfalter erst vor wenigen Tagen angedeutet, aus diesem Grund auch eine Fertigung in Osteuropa ins Auge zu fassen, scheint man jetzt schon konkrete Pläne zu haben.
Polen im Visier
So denkt man bei Magna offensichtlich daran, ein Werk in Warschau zu kaufen und zu adaptieren. Dabei soll es sich um die ehemalige Daewoo-Fabrik handeln, die sich heute im Besitz von General Motors und der polnischen Regierung befindet. In der FSO-Fabrik wurde einst auch der Verkaufsschlager Polski Fiat gebaut. Mögliches Szenario: Magna lässt künftig in Polen kleinere und volumenstarke Modelle wie den Mini Countryman oder den Infiniti bauen, während in Graz höhere Fahrzeugsegmente vom Band laufen. Außerdem braucht man Platz für die Kapazitäten, die sich BMW hat reservieren lassen.















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