Streiter für christliche Werte und schlanken Staat
Der ultrakonservative Ex-Senator Rick Santorum aus Penssylvania punktet mit seinen Ansichten vor allem bei den religiösen Rechten. Familie, Glaube und Freiheit sind die Schlagworte unter die er seine Bewerbung gestellt hat.

Foto © APRick Santorum
Mit seinem dreifachen Sieg bei den US-Vorwahlen am Dienstag (Ortszeit) hat der als Außenseiter gehandelte Rick Santorum das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wieder spannend gemacht. Der ultrakonservative Ex-Senator aus Pennsylvania, der bisher eher schwach abgeschnitten hat und nur die erste Vorwahl Anfang Jänner in Iowa ganz knapp gewann, hat sich als lautstarker Verfechter christlich-konservativer Ansichten einen Namen gemacht.
Familie, Glaube und Freiheit - das sind die Schlagworte, unter die Santorum seine Bewerbung gestellt hat. Der 53-Jährige bedient bei gesellschaftspolitischen Themen vor allem die Anliegen der religiösen Rechten. Der tiefgläubige Katholik inszeniert sich als der wahre Konservative, spricht gern über die Bedeutung der Familie, seine Abneigung gegenüber Homosexualität, den Schutz von ungeborenem Leben und das Recht jedes Amerikaners, eine Waffe zu besitzen. Sogar Verhütungsmittel lehnt der siebenfache Vater - der seit 21 Jahren mit seiner Frau Karen verheiratet ist - persönlich ab, will sie aber nicht verbieten lassen.
Wie die anderen Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur legt der 53-jährige Santorum seinen wirtschaftspolitischen Schwerpunkt auf die Senkung von Steuern und radikale Kürzungen der Staatsausgaben. "Freie Märkte, freie Menschen, freie Unternehmen, das Streben nach Glück" seien die Prinzipien, die die USA zu einem leuchtenden Vorbild in der Welt gemacht hätten, sagte er bei einem Auftritt im Jänner in Iowa.
Der aus einer italienischen Einwandererfamilie stammende Santorum studierte Jus und arbeitete zunächst als Anwalt in Pittsburgh. Nebenbei engagierte er sich politisch bei den Republikanern. Im Jahr 1990 zog er mit 32 Jahren für einen Wahlbezirk in Pennsylvania in das Repräsentantenhaus ein. Von 1995 bis 2007 gehörte er für zwei Amtszeiten dem Senat in Washington an. Nach seiner gescheiterten Wiederwahl war Santorum unter anderem als Kommentator für den konservativen Nachrichtensender Fox News tätig. Er sei schon eine Art Tea-Party-Politiker gewesen, bevor es die Bewegung der äußersten Rechten überhaupt gegeben habe, schrieb ein Reporter der "Washington Post" einmal über ihn.
In einer landesweiten Umfragen von Ipsos im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag kommt Santorum unter Anhängern der Republikaner auf 18 Prozent und hat damit seit dem vergangenen Monat fünf Prozentpunkte aufgeholt. Der Favorit Mitt Romney lag in der Umfrage bei 29 Prozent, Ron Paul bei 21 und der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich bei 19 Prozent. Sein gestriger Dreifachsieg in Minnesota, Missouri und Colorado könnte Santorum einen neuerlichen Schub geben, dennoch ziehen selbst Parteifreunde die Wählbarkeit Santorums in Zweifel. Im Duell gegen Präsident Barack Obama, so die Befürchtung, könne der polarisierende Ex-Senator nicht bestehen.











