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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2010 um 12:14 UhrKommentare

FPK beschuldigt Burgstaller

FPK-Nationalratsabgeordneter Strutz vermutet, dass einem russischen Kunstmäzen für eine großzügige Spende an die Osterfestspiele beim Erwerb der Staatsbürgerschaft geholfen werden soll.

Ausgerechnet die FPK verdächtigt Burgstaller.

Foto © APAAusgerechnet die FPK verdächtigt Burgstaller.

In der Salzburger Festspiel-Affäre ist ein weiterer Verdacht aufgetaucht. Laut Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) gibt es aber keinen Zusammenhang zwischen Spende und Staatsbürgerschaft.

2,5 Millionen Euro hat Igor Vidyaev den Osterfestspielen zukommen lassen. Im Osterfestspiele-Prüfbericht findet sich sein Name, weil von diesem Betrag 300.000 Euro unerlaubterweise als Provision abgezweigt und auf ein Konto in Nordzypern überwiesen worden sein sollen. "Aus Fairnessgründen wäre es wohl angebracht, wenn die Sachverhaltsdarstellung der Osterfestspiele GmbH auch den Themenkreis der Staatsbürgerschaftsverleihung an die Familie Vidyaev umfasst hätte", wird in einem Schreiben des Anwaltes eines der Verdächtigen ein Zusammenhang zwischen Sponsorentätigkeit und Staatsbürgerschaft angedeutet, berichten die "Salzburger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe).

Wohnsitz in Österreich

Damit das Staatsbürgerschafts-Verfahren in Salzburg durchgeführt werden kann, musste der Kunstmäzen einen Wohnsitz im Bundesland haben. Anfang des Jahres 2009 befand sich dieser an derselben Adresse, an der auch Klaus Kretschmer, ehemaliger Technischer Direktor der Salzburger Festspiele, anzutreffen ist. So steht es in der Stiftungsurkunde der Vidyaev Kunst-, Kultur- und Sportförderungs-Privatstiftung, die wiederum ihren Sitz am selben Standort wie die Osterfestspiele hat.

Burgstaller wies Vermutungen über einen Zusammenhang zurück. Der inzwischen entlassene Osterfestspiele-Geschäftsführer Michael Dewitte habe ihr Vidyaev einmal vorgestellt, sagte sie am Freitagabend in der ORF-Sendung "Salzburg heute". Dabei habe er ihr mitgeteilt, dass er gerne seinen Lebensabend hier verbringen und Österreicher werden möchte. "Ich habe ihm gesagt, dass es dafür in Österreich klare Verfahren gibt. Er hat das auch so zur Kenntnis genommen. Meines Wissens hat er dann einen Antrag auf Staatsbürgerschaft gestellt, der von der Bundesregierung abgelehnt wurde. Da ist nicht das Land zuständig", so die Landeshauptfrau. Inzwischen ist aber ein neuerlicher Antrag gestellt worden.

Der Rechtsvertreter Vidyaevs, der Wiener Anwalt Helmut Seitz, sagte den SN, dass er vergessen habe, die Adresse von Vidyaev in der Stiftungsurkunde zu ändern. Er habe damals eine Zustelladresse für die Gründung der Stiftung benötigt. Da er und Vidyaev mit Kretschmer bekannt gewesen seien, habe er dessen Adresse angegeben. Seit der Kunstmäzen eine Aufenthaltsgenehmigung in Österreich habe, lebe er in der Stadt Salzburg, allerdings an einer anderen Adresse, stellte Seitz fest.

Strutz kündigte in einer Aussendung eine parlamentarische Anfrage an, mit der geklärt werden soll, ob es einen Zusammenhang zwischen Spende und Staatsbürgerschaftsantrag gegeben habe.


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