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Zuletzt aktualisiert: 12.07.2011 um 11:08 UhrKommentare

Migranten landen oft in Sonderschule

Fast ein Viertel der Sonderschüler in Österreich kommt laut einer Studie aus Migrantenfamilien. Grund sind vor allem die mangelnden Deutschkenntnisse. Auch in neuen Mittelschulen liegt der Migrantenanteil bei über 25 Prozent.

Symbolbild

Foto © KanizajSymbolbild

Die Sonderschulen sind in Österreich nach wie vor die Schulform mit dem höchsten Migrantenanteil: 27,8 Prozent der Sonderschüler hatten 2009/10 eine nichtdeutsche Umgangssprache, ein exakt gleich hoher Anteil wie 2008/09. Begründet wird dies in der nun erschienenen Publikation "migration & integration" für 2011 damit, dass Deutschkenntnisse bei Migranten oft den Schultyp bestimmen: "Schüler, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung im Alltag kein Deutsch sprechen, sind daher oft gezwungen, ihre Ausbildung statt in einer Volksschule an einer Sonderschule zu beginnen." Mit 27,5 Prozent ist auch in den Neuen Mittelschulen (NMS) der Migrantenanteil sehr hoch. 2008/09 waren es noch 24,2.

2009/10 haben insgesamt 16.848 Schüler eine NMS besucht, 4.631 davon sprechen zu Hause nicht deutsch. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache stellen damit in den NMS nicht nur einen deutlich höheren Anteil als unter den Schülern der AHS-Unterstufe (15,2 Prozent oder 17.383 von 114.693 Schülern), sondern sind im Verhältnis auch stärker vertreten als an den Hauptschulen (20,9 Prozent oder 45.363 von 217.338 Schülern).

An den AHS (14,1 Prozent) und Berufsbildenden höheren Schulen (11,7 Prozent) ist der Anteil an Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache laut Bericht zwar im Vergleich zu jenem in Haupt-, Sonder-, Polytechnischen und berufsbildenden mittleren Schulen "weit unter dem Durchschnitt", allerdings ist in beiden Schultypen ein Zuwachs zu verzeichnen. 2008/09 hatten nur 13,3 Prozent der AHS-Schüler nichtdeutsche Muttersprache, an den BHS waren es damals 11 Prozent.

Migrantenanteil steigt in allen Schultypen

Allerdings ist über alle Schultypen hinweg eine Steigerung zu bemerken: An den Volksschulen hatten im vergangenen Schuljahr 23,2 Prozent der Schüler Migrationshintergrund (2008/09: 22,3), an den Hauptschulen 20,9 Prozent (20,5), an den Polytechnischen Schulen 23,2 Prozent (21,7), an den Berufsschulen 8,8 Prozent (8,2) und an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) 11,7 Prozent (11).

Große Unterschiede zwischen Schülern mit deutscher und nichtdeutscher Muttersprache zeigt die Publikation bei Schulabbruch und Klassenwiederholungen: Von den nichtdeutschsprachigen Schülern, die 2008/09 eine vierte Klasse Hauptschule besucht haben, haben 13,9 Prozent ihre Ausbildung danach nicht weiter fortgesetzt, unter den deutschsprachigen Hauptschulabgängern waren es nur 4,3 Prozent. Nach der vierten Klasse AHS haben 2,6 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund, aber nur ein Prozent der deutschsprachigen Schüler die Schule abgebrochen. Klassenwiederholungen kommen bei 4,3 (Hauptschule) bzw. 6,5 Prozent (AHS) der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache vor, aber nur bei ein bzw. 4,3 Prozent ihrer deutschsprachigen Altersgenossen vor.

Die Publikation wurde vom Innenministerium und dem Europäischen Integrationsfonds finanziert und von der Kommission für Migrations-und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Statistik Austria erstellt.


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