Graf will über BP-Kandidatur "nachdenken"
Kein grundsätzliches "Nein" seitens des dritten Nationalratspräsidenten. Für ihn ist die Wien-Wahl die wichtigste Wahl in diesem Jahr.

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Martin Graf (F) hält es zwar für "sehr unwahrscheinlich", dass die FPÖ ihn als Bundespräsidentschaftskandidaten nominiert, trotzdem kommt vom Dritten Nationalratspräsidenten kein grundsätzliches Nein: "Ich weiß nicht, ob ich der geeignete Bundespräsident bin, aber ich werde einmal übers Wochenende ein bisschen mehr darüber nachdenken", sagte er im Interview mit der Austria Presse Agentur. Engagieren will sich Graf vor allem bei der Wien-Wahl, die er für die "wichtigste Wahl in diesem Jahr" hält. Das Dritte Lager in Österreich sieht er in absehbarer Zeit ganz geeint.
Es war FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, der Graf bei seiner Aschermittwochrede als möglichen Kandidaten für die Hofburg ins Spiel brachte. Ganz kann der Dritte Nationalratspräsident nicht daran glauben. "Ich denke nicht, dass das ernst gemeint war, aber er hat darauf hingewiesen, dass wir viele Persönlichkeiten haben, die auch einen Bekanntheitsgrad haben und kandidieren könnten", meint er, will aber nichts ausschließen: "Ich habe das kennengelernt in der Politik, dass es nie ein grundsätzliches Nein gibt und ich bin viel zu lange im politischen Geschehen drinnen."
Manchmal sei es auch so, "dass die Partei etwas von einem will", so Graf zu Spekulationen, er könnte von der FPÖ ins Rennen um den Bundespräsidenten geschickt werden. "Und dann weiß ich, dass man in der Regel dem folgt. Also, ich sage nicht Nein, ich gehe aber davon aus, dass das sehr unwahrscheinlich ist, dass ich der Präsidentschaftskandidat bin". Man werde die Diskussion in den FPÖ-Gremien führen "und ich schätze einmal, dass Anfang März eine Entscheidung kommt und die Diskussion ist jetzt eröffnet".
Weit mehr am Herzen scheint Graf der Urnengang in der Bundeshauptstadt zu liegen. "Ich denke einmal, dass das die wichtigste Wahl in diesem Jahr ist und zwar nicht nur für die Freiheitliche Partei." Alles werde sich auf das Duell zwischen dem amtierenden Bürgermeister Michael Häupl (S), dem einzig "wirklich ernsthaften Mitbewerber", und Strache zuspitzen. Die SPÖ werde "alles in die Schlacht werfen, alles was gut und billig und recht und schlecht ist". Graf, der Bezirksobmann in Wien-Donaustadt ist, will sich selbst einige Zeit zum Wahlkämpfen nehmen. "Ich werde mich, so weit es die Geschäfte zulassen, voll einbringen", kündigt er an.
Den oft aufkommenden Vorwurf, die FPÖ führe ausländerfeindliche Wahlkämpfe, weist Graf zurück. "Ich mache immer wieder die Erfahrung, wenn man offenkundige Sachverhalte im Zusammenhang mit dem Thema Zuwanderung einfach nur neutral anspricht, dass das schon als Aufgeregtheit gesehen wird." Nun nehme sich plötzlich auch die SPÖ dieses Themas an - "ich bin mir aber ganz sicher, dass der Wähler, die Wählerin, sehr gut weiß, wer in dieser Frage der Schmied ist und wer der Schmiedl".
Zufrieden zeigt sich Graf mit der Abspaltung der ehemaligen Kärntner Orangen vom Bundes-BZÖ: "Ich trage das mit Begeisterung mit." Er findet nicht, dass das Dritte Lager in Österreich dadurch unübersichtlich geworden sei, im Gegenteil habe man dadurch "Ordnung geschaffen". Der Dritte Nationalratspräsident sieht in der derzeitigen Kooperation nach CDU/CSU-Modell ohnehin nur eine Übergangsvariante. "Wir freuen uns, dass wir damit einen Zusammenwachsprozess begonnen haben, der am Ende natürlich eine Einigung sein wird und es auch schon gelebt wird in diese Richtung."













