"Der Strache ist halt kein Haider"
Dem Vergleich mit Jörg Haider hält Strache bei seiner Aschermittwochsrede nicht stand, dafür schimpft er auf Alfons. Rund 2000 freiheitliche Anhänger besuchten die Veranstaltung der FPÖ in Ried.
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Richtig draufhauen und fleißig austeilen: Die Vorfreude auf den 19. "Politischen Aschermittwoch" der FPÖ in Ried im Innkreis ist groß. Schon zwei Stunden vor dem Auftritt von Heinz-Christian Strache stehen Hunderte Gäste - viel Mittelalter, noch mehr Junge - Schlange vor der seit Monaten ausverkauften Jahnturnhalle und fordern mit ihren Eintrittskarten, die sie um dreizehn Euro gekauft haben, rasch Einlass.
Im Saal will dann keine rechte Stimmung aufkommen. Da kann sich die Blasmusik auf der Bühne noch so bemühen. Ein Polizist aus Linz, der mit 50 Kollegen aufpasst, weiß warum: "Beim Jörg Haider waren die Leute vier Stunden vorher da. Der Strache ist halt kein Haider und schon gar kein Franz-Josef Strauss".
Um 19 Uhr ist es soweit. Das Licht geht aus, Scheinwerfer leuchten Rauchschwaden aus, die 1700 Zuhörer stehen auf, einige klatschen. Strache zieht zur seit 18 Jahren strapazierten Kennmelodie "Rendezvous" ein. Mit Seitenhieben auf den ORF erntet er die ersten Lacher. Wie schade es sei, das der ORF das Testbild abgeschafft hat: "Das war die einzige politische Aussage." Dann geht er auf Opernball-Moderator Alfons Haider und dessen "Österreich-Beschimpfung" ein, weshalb er vom ORF Konsequenzen fordert. "Wenn ich oder Barbara Rosenkranz Bundespräsident werden, geben wir dem Haider kein Interview", handelt er sich weiter zum "roten Heinzi". Bundespräsident Heinz Fischer habe beim Lissabon-Vertrag versagt, weil er nicht auf eine Volksbefragung gedrängt habe.
Dann kommt er auf die heurigen Landtagswahlen zu sprechen. Jetzt erntet Strache erstmals echten Applaus, als er behauptet, er werde in Wien "den Totalversager Häupl auf unter 40 Prozent" drücken.
Bemüht spannt Strache den Bogen von Alfred Gusenbauer, der in Kuba seinen 50er feiern wolle, "weil es dort noch echte Rote gibt". Dieser sei nach Umfallern aber wenigstens wieder aufgestanden, "der Faymann bleibt gleich auf dem Bauch vor der ÖVP liegen". Während die Tischgespräche zunehmen, das Gemurmel lauter wird, mimt Strache den Rächer des kleinen Mannes und wettert gegen Managergehälter, Abfertigungen, Staatsschulden, zuviel Arbeitslose. Zwischendurch fordert er "den Zivilversager" Norbert Darabos zum Rücktritt als Verteidigungsminister auf und drischt auf die Grünen ein, die beweisen, "dass Österreich bei der Umsetzung geistiger Landesverteidigung gescheitert ist".
An der Bar nimmt das Gedränge zu. Viele hören gar nicht mehr hin. Aus einem H.C.-Leiberlträger aus Wallern bricht es schließlich hervor: "Fad is".














