Der vierte Kurzbesuch einer Traumwelt
Zum vierten Mal begeben sich Puls 4 und Lena Gercke auf die Suche nach einem "Topmodel". Die Chance eines zu finden bleibt marginal.

Foto © Puls 4 Die 22 Kandidatinnen
Eines muss man der 21-jährigen Sabrina zugutehalten: Sowohl ihre - laut Steckbrief - positive Eigenschaft "Offenheit", als auch das Lebensmotto "No risk, no fun", waren nicht nur so dahingesagt. Noch ehe die vierte Staffel von "Austria's next Topmodel" überhaupt gestartet ist, gab die Grazerin auf ihrer Homepage nicht nur kund, dass sie aus der Sendung ausgestiegen sei (wir berichteten), sondern zeigte sich ebendort auch von ihrer nacktesten Seite. Puls 4 war darüber natürlich wenig erfreut, kann aber wenig dagegen tun. Abgesehen vom Finale am 11. März ist fast alles abgedreht. Sabrina soll aber von der Jury abgewählt worden und nicht freiwillig gegangen sein, heißt es beim Privatsender.
Aus rund 5000 Bewerberinnen schafften 22 Mädchen den Sprung in die heutige Auftaktfolge, worin Fleischbeschau, abstruse, aber spektakuläre Aufgaben und teils nervtötender Zickenterror die wichtigsten Ingredienzien sind. Auf die Siegerin wartet zwar der Vertrag mit einer Agentur, ein Titelfoto sowie eine Kampagne, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Karriere als Topmodel. Die Kärntnerin Larissa Marolt, Siegerin von Staffel eins, verdingt sich zwar als Schauspielerin (2011 Nebenrolle in "Anna und die Liebe"), ihren Nachfolgerinnen Aylin Kösetürk und Lydia Obute verhalf die Sendung jedoch zu keinem Karriereschub. Für Kösetürk etwa ging es bald nach dem Gewinn zurück in die Schule.
"Heidi-Effekt"
Ähnliches gilt für das deutsche Pendant "Germany's next Topmodel": Der Star ist Heidi Klum, alles andere - von den Kandidatinnen über die Jury oder sämtliche Aufgaben - ist beliebig austauschbar. Solange die Quote stimmt und Tausende zu den Castings strömen, wird es weitergehen. Doch kein Modelagent holt sich seine Klienten aus einer TV-Show. Dank des "Heidi-Effekts" verläuft die Karriere von Lena Gercke, Siegerin der ersten Staffel in Deutschland, noch am nachhaltigsten: Zum bereits vierten Mal führt die 23-jährige Hessin durch "Austria's next Topmodel" - als schöner, strenger "Klum-Klon".
Neben Sabrina nehmen diesmal noch vier weitere Steirerinnen und Nadine aus Kärnten teil: Die 21-Jährige ortet bei sich einen kleinen Vorteil: "Die Konkurrenz ist ziemlich hoch, trotzdem bin ich mit meinen 183 Zentimetern immer noch die Größte von allen", sagt die Bodensdorferin. In der neuen Staffel sei die Kluft zwischen ländlicher Bodenständigkeit und internationalem Ruhm besonders hoch, so Puls 4. Ein Beispiel für diesen Befund ist Theresa aus Oppenberg im Bezirk Liezen. Die 19-Jährige arbeitete bereits vor Sardinien auf einer Jacht der Flick-Familie als Kindermädchen: "Aber immer in diesem Luxus zu leben wäre nichts für mich. Ich lebe hier in Liezen lieber im Luxus des Einfachen," sagt Theresa. Und dank der "Nachhaltigkeit" der Modelshow dürfte sich daran auch nichts ändern. Vorerst zumindest. CHRISTOPH STEINER
























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