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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 um 14:15 UhrKommentare

"Brigidde" kommt in den Staatsopern-Dschungel

Die Katze ist aus dem Sack: Medien-Baumeister Richard Lugner holt Brigitte Nielsen zwischen zwei Dschungelcamp-Engagements auf den Opernball - ergänzt wird das Staraufgebot 2012 durch Roger Moore. Von Thomas Golser.

Der Baumeister präsentiert (teilweise aktuelle) Fotos seiner Trümpfe 2012

Foto © APADer Baumeister präsentiert (teilweise aktuelle) Fotos seiner Trümpfe 2012

Ganz Österreich hielt den Atem an (sofern er angesichts der aktuellen Temperaturen nicht schon gefroren war), die Stimmung im Land aufgeheizt wie eben noch im ostaustralischen Dschungel (zum Thema Dschungel mehr im nächsten Absatz). Richard Lugner lud zur Pressekonferenz in seine "City" und ließ zehn Mikrofone wie für eine Budgetrede aufbauen. Alle Drahtzieher der streng geheimen Kommandoaktion "Wie bekomme ich die Loge voll?" waren versammelt - natürlich auch Manager des Vertrauens Helmut Werner und jene Damen, die Lugner einst mit diversen Tiernamen bedacht hatte. Nun nannte er andere Namen - jene Namen, die mit Hochspannung erwartet wurden: Brigitte Nielsen. Roger Moore. Einer davon war einmal ein ernst zu nehmender Schauspieler.

Brigitte Nielsen

Brigitte Nielsen, von Lugner vor der immer noch erstaunlich zahlreich vertretenen Journalistenmeute liebevoll "Brigidde" genannt, bringt den Termin zwischen zwei Dschungel-Aufenthalten (sie heuerte nun auch für die britische Version der Sendung an) unter: und muss nun doch wieder in den Dschungel! In jenen der Wiener Staatsoper - in ein artenreiches, verhaltensauffälliges, von Dutzenden TV-Kameras dokumentiertes und durch den einen und anderen unnötigen Orden aufgepepptes Feuchtbiotop. Die 48-Jährige war eben deutschsprachige "Dschungelkönigin" und hatte schon davor sozial auffällige TV-Formate ähnlicher Art abgeklappert (ein Auszug): 2003: "Big Brother VIP", 2004: "The Surreal Life 3", 2005: "Celebrity Big Brother 3", 2007: "The Surreal Life: Fame Games", 2007: "Voyage: Killing Brigitte Nielsen", 2008: "Celebrity Rehab with Dr. Drew", 2008: "Aus Alt mach Neu: Brigitte Nielsen in der Promi-Beauty-Klinik", 2008: "Die 100.000 Euro Show", 2010: "Das perfekte Promi-Dinner", 2010: "Let's Dance". Eine Schneiderin soll die Dame den ganzen Abend begleiten - muss aber wohl außerhalb der Loge warten.

Die Vorzüge:

Wen Ekel-Prüfungen im Dschungelcamp nicht irritieren, dem dürfte auch der bizarre Logen-Auftrieb an der Wiener Staatsoper wenig anhaben. Oder umgekehrt. Altersmäßig dürfte die drahtige Blondine nicht mit Lugners Lebenspartnerin verwechselt werden. Und: Die Dänin spricht wie man weiß tadelloses Deutsch - Lugners schon jetzt amikales "Brigidde" geht da eher durch als das "Fördschi", das er seinerzeit für Sarah Ferguson (immerhin Herzogin von York) in petto hatte. Nielsen scheint es geahnt zu haben: 2012 erschien ihre Autobiografie "Brigitte Nielsen: Im Leben wird Dir nichts geschenkt".

Roger Moore

Bei Roger Moore hat man beinahe das Gefühl, er sei schon einmal irgendwann und überall Stargast von irgendwem gewesen. Er war es aber nicht, wenigstens nicht am Wiener Opernball. Der zweitbeste James Bond nach dem anderen aus Schottland ist mit rüstigen 84 Jahren übrigens der älteste Stargast, den Lugner jemals zum Roten Teppich vorfahren ließ. Harry Belafonte war vor genau 20 Jahren seine erste VIP-Trumpfkarte - nachdem jener Ball, zu dem Gina Lollobrigida 1991 kommen sollte, wegen des Irak-Kriegs abgesagt worden war. Gegen den war sogar ein Lugner machtlos gewesen.

Die Vorzüge:

Der Brite ist bis ins Mark seriös, ruht in sich und dürfte sich ergo nicht bockend auf der Herrentoilette einsperren wie seinerzeit das entnervte Nackt-Model Dita von Teese. Zudem dürfte er auch Lugners stark improvisiertes Englisch mit der in solchen Situationen gebotenen Gleichgültigkeit ertragen und so tun, als könnte er ihn gut verstehen. Die Gage dürfte 27 Jahre nach seinem letzten Bond-Film ebenfalls zu schlucken sein (Lugner: "Über Geld reden wir nicht"). Zudem engagiert sich Sir Roger George Moore schon seit vielen als UNICEF-Botschafter und könnte Teile seines Salärs wirklich bedürftigen Menschen jenseits von Logen zukommen lassen. Und: Er hat nicht Dieter Bohlens Stimme.

Der Weg dorthin war natürlich ein medienwirksam-steiniger, die Geburt eine mit der Zange: Stargäste, die nichts davon wussten, überhaupt Stargast zu sein. Verunfallte und falsch spielende Managerinnen. Aufrechte und natürlich schon bezahlte Kontrakte, die nicht eingehalten wurden. Immer dieses Pech. Und trotzdem hatte der Baumeister sich schon in den Wochen vor der Bekanntgabe der Namen auf seine leichte wackelige Art selbstbewusst gegeben: "Wir haben noch immer gute Notnägel gebracht".

Ist das da etwa Rost auf dem Notnagel?

THOMAS GOLSER

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