Als Karikatur von Laura Rudas plötzlich im Fokus
Dank ihrer Rolle als Laura Rudas in "Wir Staatskünstler" wurde Claudia Kottal schlagartig bekannt. Dabei steht sie seit sieben Jahren auf der Bühne.

Foto © KKClaudia Kottal ganz privat
Mögen die "Staatskünstler" Florian Scheuba, Thomas Maurer und Robert Palfrader auch schwächeln, kurz vor Schluss setzt das Format stets einen irrwitzigen Rettungsanker: Wenn sich Nicholas Ofczarek (als Niko Pelinka oder Neo-Stiftungsrat Dietmar Hoscher) und Claudia Kottal (als SPÖ-Budengeschäftsführerin Laura Rudas) in die Sendung zuschalten, hält man dem ORF, Alexander Wrabetz und allen (angeblichen) politischen Einflüsterern in brillanter Satire den Spiegel vor.
Kottal, als stets grantig-bissige Rudas, ist erstaunt ob des plötzlichen Interesses an ihrer Person: "Die Aufmerksamkeit, die man dank des Fernsehens auf einmal bekommt, ist ein Wahnsinn. Nach sieben Jahren Theater hab' ich das Gefühl, dass die Leute erst jetzt wirklich merken, dass ich spiele - von Kollegen bis zur Familie", sagt die 30-Jährige, deren berufliches Zuhause bislang die freie Wiener Theaterszene ist. Ihrer Ähnlichkeit mit der Politikerin ist sie sich bewusst, wie auch Scheuba, der Kottal am "KosmosTheater" als "Laura-Karikatur" entdeckt hat. "Aber Aussehen hat ja nichts mit Persönlichkeit zu tun", meint die ausgebildete Schauspielerin aus Wien.
Ihre Rolle lernte sie anhand der Sichtung von Rudas' öffentlichen Auftritten, Infos von Personen, die sie wirklich kennen, und insbesondere durch die Wahrnehmung von Scheuba, Palfrader und Maurer: "Sie charakterisieren Rudas als stark, schroff und bestimmend und genau so versuch' ich sie zu spielen. Ich vermute, sie ist eine kluge Frau. Sonst hätte sie es gar nicht geschafft, so lange in ihrer Position zu bestehen."
Der ORF plant mit "Wir Staatskünstler" nach den letzten drei Folgen eine Fortsetzung. Bis es so weit ist, spielt Kottal derzeit in "Chatroom" im Wiener Theater der Jugend: "Bis zu neunmal pro Woche - ich bin also voll eingedeckt."












