Südafrikanischer Dichter Dennis Brutus tot
Der südafrikanische Lyriker Dennis Brutus ist tot. Er starb nach Angaben seines amerikanischen Verlags Haymarket Books am Samstag im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Kapstadt. Brutus kämpfte über Jahrzehnte hinweg mit Worten gegen das System der Rassentrennung in Südafrika. Mitte der 1960er Jahre war er zusammen mit Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert.
Brutus wurde 1924 im damaligen Rhodesien als Sohn von südafrikanischen Lehrern geboren. In Südafrika wurde er später selbst Englisch-Lehrer und engagierte sich schon früh politisch. So wirkte er an der Gründung des Südafrikanischen Sportverbands mit, der sich als Gegengewicht zum offiziellen Verband der weißen Minderheit etablierte. 1961 floh Brutus nach Mosambik, wurde aber von dort wieder abgeschoben. Bei einem Fluchtversuch aus Polizeigewahrsam wurde er beinahe erschossen.
Im Gefängnis entstanden die Gedichtbände "Sirens, Knuckles, Boots" sowie "Letters to Martha and Other Poems from a South African Prison". Darin verarbeitet er seine Erfahrungen auf sehr persönliche Weise. Nach seiner Freilassung emigrierte Brutus 1971 in die USA, wo er bis 1983 um die Anerkennung seines Asyls kämpfen musste. An der Northwestern University und der University of Pittsburgh lehrte er Literatur und Afrika-Wissenschaft. Bis 2006 legte Brutus zahlreiche Lyrikbände vor, darunter "A Simple Lust", "Stubborn Hope" und "Salutes and Censures". Vor drei Jahren brachte der Verlag Haymarket den Sammelband "Poetry and Protest" heraus. Brutus hinterlässt seine Frau und acht Kinder.














