Gebote zu gering: Klimts "Seeufer" wurde nicht verkauft
Die Gebote für Klimts erst kürzlich entdecktes Gemälde "Seeufer mit Birken" erreichten nur 3,8 Millionen Pfund (4,55 Millionen Euro). Weil dieser Preis weit unter dem Mindestpreis liegt, wurde das Kunstwerk nicht verkauft.

Foto © Reuters
Mit erstmals mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz war 2011 ein Rekordjahr für den internationalen Kunstmarkt. Insgesamt vermeldeten die Auktionshäuser Verkäufe um 11,5 Milliarden Dollar (rund 8,8 Milliarden Euro). Das ist gegenüber 2010 ein Plus von 21 Prozent. Ganze 41 Prozent des Umsatzes wurden mit Käufern aus China gemacht.
Die Rekorde purzeln weiter. Allein gestern fielen sie für Werke von Joan Miró, Georges Braque und Henry Moore. Dessen Bronze "Reclining Figure: Festival" erreichte 23 Millionen Euro, das Dreifache des Schätzpreises.
Einen herben Rückschlag gab es freilich für Gustav Klimt. Dessen erst vor kurzer Zeit wiederentdecktes Gemälde "Seeufer mit Birken" (wir berichteten) erreichte gestern Abend den Mindestpreis von sechs Millionen Pfund nicht, sondern "nur" 3,8 (rund 4,5 Millionen Euro). Und blieb damit unverkauft. Das vergleichbare Gemälde "Kirche in Cassone" aus einer Grazer Privatsammlung war vor zwei Jahren ebenfalls bei Sotheby's in London um 30,7 Millionen Euro versteigert worden.
Schlagzeilen anderer Art machen eine Klimt-Zeichnung ("Zwei Liegende") sowie eine Zeichnung ("Paar"), ein Aquarell ("Junger Mann") und ein Ölgemälde ("Tote Stadt") von Egon Schiele in Linz. Die Bilder wurden 1951 von der Eigentümerin Olga Jäger (1880 - 1965) an die Neue Galerie der Stadt Linz verliehen, eine Übergabebestätigung liegt vor.
Die Erben klagten zunächst wegen der Schiele-Zeichnung und bekamen 2011 100.000 Euro zugesprochen. Nun fordern sie für die drei anderen Werke 6,25 Millionen Euro. Die Stadt Linz bietet 5000 Euro Belohnung für zweckdienliche Hinweise.













