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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 um 20:30 UhrKommentare

Magischer Ort der Illusionen

Martin Scorseses zauberhaftes 3D-Märchen erinnert an die Anfänge des europäischen Kinos und dessen Pionier Georges Méliès.

Wie entwickeln sich Menschen, die mit innovativen und visionären Ideen Bahnbrechendes leisten, das aber keinen adäquaten Anklang in der Gesellschaft findet? Sie ziehen sich mitunter zurück, werden vielleicht verbittert und griesgrämig. Wie jener Spielzeugverkäufer namens Georges (Ben Kingsley) in der abgeschlossenen Welt eines Pariser Bahnhofs. Dort begegnen wir geschäftigen Menschen, die unterwegs zu den fauchenden Dampfloks sind. Wir sehen Menschen, die in den Blumenläden, Cafés und Restaurants arbeiten, Kofferträger, Passanten, Gäste. Es ist eine Welt, die Regisseur Martin Scorsese aus unzähligen Zitaten, nicht nur aus Charlie Chaplins "Modern Times", baut.

Schließlich begegnen wir dem Buben Hugo Cabret (Asa Butterfield), dem das bisherige Leben einen ziemlich schweren Rucksack umgeschnallt hat. Hugos Vater (Jude Law), ein begnadeter Techniker, ist gerade dabei, einen Automaten, der angeblich schreiben kann, zu reparieren, als er ums Leben kommt. Hugos versoffener Onkel (Ray Winstone) nimmt den Buben zu sich und unterweist ihn, die Uhren im Bahnhof in Schuss zu halten.

Hugo richtet sein nunmehriges Leben an seinem neuen Wohn- und Arbeitsort Bahnhof halbwegs leidlich ein. Er muss sich nur vor dem bösartigen Stationsinspektor mit der Beinprothese (Sacha Baron Cohen) und dessen scharfem Hund hüten. Georges vom Spielzeugladen erwischt Hugo beim versuchten Diebstahl und nimmt ihm ein Notizbuch, ein weiteres Vermächtnis seines Vaters, weg.

Die Begegnung zwischen Bub und altem Mann, der sich als Filmpionier Georges Méliès entpuppt, gestaltet Scorsese als große Hommage an die frühen Tage des Kinos.

In dem für elf Oscars nominierten filmischen Meisterwerk rekonstruiert er die Publikumswirkung von dokumentarischem Kino, in dem er das Kinopublikum aus dem Saal rennen lässt, als auf der Leinwand der von den Brüdern Lumière gefilmte Zug in die Station von La Ciotat einfährt. Oder wir sehen Ausschnitte aus und die Dreharbeiten zum Méliès-Klassiker "Die Reise zum Mond". Scorsese setzt den Film als Hort der Magie, der Illusion, des Zaubers in sein Recht.

Großartig! HHHHH

REINHOLD REITERER

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