Privatsphäre im Netz: Seid nicht dumm!
Um einer Klage zu entgehen, sind Manager von Facebook nach Wien gekommen. Der Student Max Schrems hat das Unternehmen wegen seiner Datenschutz-Politik angeklagt. Aber wie schützt man private Daten im Netz? Ein Leitfaden von Roman Huber.

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Facebook ist wegen seines Umgangs mit privaten Daten erneut ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Der Wiener Student Max Schrems hat das Unternehmen in Irland angezeigt, nachdem er von dem Konzern die gesammelten Daten zu seiner Person bekommen hat - auf rund 1200 Seiten.
Darunter fanden sich nicht nur gelöschte Postings und Fotos - Facebook verfolgt dank "Gefällt mir" Button auch die Aktivität auf anderen Webseiten. Natürlich kann man sich dem Internet komplett verweigern. Aber wer sich mit seinen Freunden im Netz verbinden will, kommt an Facebook nicht vorbei - auch wenn es mit Google Plus eine erste Alternative gibt.
Wie kann man seine Privatsphäre schützen und trotzdem bei Facebook und Co mitmachen? Das Wichtigste: Egal, ob Facebook, Google, Youtube, Twitter oder LinkedIn – das Lesen der Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärungen ist Pflicht. Wer einfach schnell den Haken setzt, darf sich nicht wundern, wenn die Konzerne munter Daten sammeln. Das gilt übrigens nicht nur für die Sozialen Netzwerke. Auch Online-Shops wie Amazon analysieren das Surf-Verhalten und speichern die Suchanfragen.
Einstellungen anpassen
Der zweite Schritt ist das Anpassen der Privatsphäre-Einstellungen. Da sich immer mehr Nutzer beschwert haben, kann man bei fast allen Netzwerken sehr gut regeln, was man öffentlich preisgeben will und was nicht. Natürlich verhindert das nicht, dass die Unternehmen weiterhin speichern, was man macht.
Allerdings gibt es einen Trick, diese Praxis einzuschränken: verschiedene Browser für verschiedene Webseiten. Zum Beispiel kann man für das "normale" Surfen, Googlen oder Lesen den "Internet-Explorer" verwenden. Für Facebook, Google Plus, Twitter und Co verwendet man dann "Firefox" und für alle Online-Shops "Chrome".
Was bewirkt das? Soziale Netzwerke und Online-Shops verfolgen die Netzaktivität mit kleinen Mini-Programmen, den Cookies. Diese werden nur für den jeweiligen Browser aktiviert. Surft man nun mit einem anderen Browser, kann nicht protokolliert werden. Man kann das Aktivieren von Cookies auch verbieten – allerdings funktioniert ein Großteil der Webseiten dann nicht mehr vernünftig.
Namen googlen
Allerdings kommt es auch vor, dass andere Menschen etwas über die eigene Person im Internet veröffentlichen. Meist merkt man das nicht einmal. Daher muss man regelmäßig im Netz nach dem eigenen Namen zu suchen. Die Suchmaschinen bieten auch automatische Benachrichtigungen an, wenn ein bestimmter Begriff gefunden wird. Findet man dann negative Meldungen zur eigenen Person, kann man einschreiten.
In der ganzen Diskussion zeigt sich einmal mehr, dass der Schutz der eigenen Privatsphäre eben Privatsache ist. Jeder muss selbst dafür sorgen, dass seine Daten geschützt sind. Dazu gehört natürlich auch, möglichst keine peinlichen Meldungen im World Wide Web zu verbreiten. Im Endeffekt schadet man sich damit selbst. Die New York Times hat für ihre Mitarbeiter einen Leitfaden herausgegeben, wie man sich im Netz zu verhalten hat. Er kann eigentlich auf alle Internetnutzer übertragen werden. Es gibt nur eine Regel: "Seid nicht dumm!"






