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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 um 14:15 UhrKommentare

Schönheitsmarkt boomt trotz defekter Implantate

Trotz des Skandals um gesundheitsgefährdende Brust-Implantate boomt weltweit der Markt der Schönheitschirurgie. Der weltweite Umsatz mit Brust-Implantaten, Anti-Falten-Spritzen & Co. liegt bei 3,2 bis 3,8 Milliarden Euro.

Foto © APA

Die Branche habe im vergangenen Jahr ein Wachstum um 10,1 Prozent erzielt, geht aus einer am Freitag in Paris veröffentlichten Untersuchung hervor. Der weltweite Umsatz mit Brust-Implantaten, Anti-Falten-Spritzen oder Laser-Enthaarungen habe bei 3,2 bis 3,8 Milliarden Euro gelegen.

Für 2012 rechnet die Branche sogar mit einem noch kräftigeren Wachstum um 11,2 Prozent. Der Skandal um die minderwertigen Brust-Implantate der französischen Firma PIP werde nur einen begrenzten Effekt haben, sagte Laurent Brones, einer der Autoren der Untersuchung und führender Mitarbeiter des Produzenten für Schönheitsprodukte Symatese. PIP sei ein vergleichsweise "kleiner Produzent" gewesen, der in Europa und Lateinamerika verkauft habe, nicht aber auf den wichtigen Märkten USA und Asien.

Die Hunderttausende Frauen, die die Billig-Implantate von PIP eingesetzt bekommen hätten, machten weltweit nur 1,5 Prozent der insgesamt 20 Millionen Frauen mit Brustimplantaten aus, fügte Brones hinzu. Dem Gründer der Firma PIP, Jean-Claude Mas, wird vorgeworfen, seine Silikoneinlagen mit einem minderwertigen Industriesilikon gefüllt zu haben. Die Einlagen rissen vermehrt und werden für Entzündungen, von den Opfern sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht. Gegen Mas laufen in Frankreich zwei Verfahren wegen Betrugs und Körperverletzung.

Der Markt für Schönheitschirurgie in Europa sei derzeit zwar weit weniger dynamisch als die Märkte in Asien, Nordamerika und Lateinamerika. Dies liege aber mehr an der Wirtschaftskrise als am PIP-Skandal, sagte Brones. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum der Branche in Europa bei geschätzten fünf Prozent; der Umsatz wird auf 770 bis 940 Millionen Euro beziffert. In den nächsten fünf Jahren soll das Wachstum jährlich bei durchschnittlich sieben Prozent liegen.


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