Die hohe Kochschule: Kinder lernen vom Profi
Die Schulbestellung: ein Weihnachtsmenü von Haubenkoch Didi Dorner. Die Vorgaben: nicht zu üppig, aber zum Wohlfühlen.

Foto © Kanizaj
Der Haubenkoch ist auf vielversprechendem Terrain gelandet. "Wer von euch kocht zu Hause?", ist die erste Frage an die 13 Gesichter, die sich in der Schulküche um ihn drängen. Fast alle Hände schießen nach oben. "Ich koch mit dem Papa", heißt's da. "Ich koch alleine", ist ein Mädchen stolz. Heute kochen die 13 Schülerinnen und Schüler des Wiku aber nicht alleine, sondern mit Haubenkoch Didi Dorner. Die Bestellung: ein Weihnachtsmenü bitte.
"Ihr fangt's damit an, was am längsten dauert", ist Dorners erste Botschaft. Er stellt den Topf auf den Herd und beginnt mit der Einbrenn für die Suppe. Rühren heißt der Auftrag und Sandra greift beherzt zum Schneebesen. Doch auch der größte Ehrgeiz muss sich den Schmerzen im Rührarm geschlagen geben. Alex macht sich's einfacher: Er lässt sich den Arm von einer Kollegin stützen. Und verdient dafür den Titel "Rührmeister".
Was ist ein Fond?
Die Einbrenn schwitzt, jetzt muss der Fond dazu. "Was ist ein Fond?", fragt das junge Publikum. Mit "Brühe" versucht der Koch zu erklären, bessert aber aus: "Suppe heißt das bei uns." Während der Suppentopf dampft, packt Dorner des Kochs wichtigstes Werkzeug aus: glänzende Messer. Sandro ist hingerissen: "Das ist sicher das schärfste Messer der Welt!"
Das schärfste Messer zerteilt die Jakobsmuscheln - was bei den Jungköchen zunächst für Misstrauen sorgt. "Muscheln mag ich nicht", meinen zwei Mädels. Am Ende kosten aber doch alle die gebratene Muschel mit Spargel. Und Feinschmecker Alex und Sandro sind angetan: "Das schmeckt!" Das größte Griss herrscht aber um die Gemüsesuppe. "Gibt's noch Suppe?", fragt's aus sechs Mündern, und Dorner kratzt die letzten Karotten aus dem Topf.
Für den Kaiserschmarrn müssen Eier aufgeschlagen werden - Tatjana übernimmt das. Als der Schmarrn, auf die dreifache Größe aufgegangen, aus dem Rohr kommt, geht ein Staunen durch die Runde. "Zu Hause schaut das anders aus", sind Klassenvorstand Manuela Klampfer und Direktorin Eva Ponsold begeistert.
Eine Lektion gibt's noch: "In der Küche muss es sauber sein", sagt Dorner. Daher werden schmutzige Teller gestapelt und der Herd nach jeder Spritzerei gewischt. Mit einer letzten Weisheit verlässt der Haubenkoch die Schulküche: "Nicht für die Schule, fürs Leben lernt ihr!" Kochen ist da wohl das beste Beispiel.
Eingebrannte Gemüsesuppe
Zutaten (immer für vier Personen): 1 Esslöffel (EL) Mehl, 2 EL Olivenöl, 250 ml Fond (Huhn oder Gemüse), 250 ml Milch, 200 ml Obers, 250 g Mischgemüse, Salz & Pfeffer, geschnittene Kräuter
Zubereitung: Das Mehl im Olivenöl goldgelb bräunen und so eine Einbrenn herstellen. Mit dem Fond ablöschen, mit der Milch aufgießen und 45 Minuten auf leichter Flamme köcheln lassen. Das Gemüse einlegen und in der Suppe weich kochen. Mit dem Obers verfeinern und abschmecken. Beim Anrichten die Kräuter drüberstreuen.
Fisch mit geschmortem Spargel
Zutaten: Saibling, Forelle oder Jakobsmuscheln nach Belieben wählen.
Für den Schmorfond: Spargel, 1/2 Liter Apfelsaft, 1/2 Liter Milch, 100 g Butter, 2 Zitronen halbiert, 1 Kaffeelöffel Salz, 1 EL Honig
Zubereitung: Alle Zutaten für den Fond aufkochen, den geschälten Spargel dazugeben und für ca. 2 Stunden zugedeckt bei 100 Grad ins Rohr. Den Spargel aus dem Fond heben. Gemeinsam mit dem angebratenen Fisch und einer Mischung aus Buttermilch und Orangenkonzentrat anrichten. Mit Salz, Pfeffer und Basilikum würzen.
Kaiserschmarrn
Zubereitung: Mehl und Milch gut verrühren. Salz und Vanillezucker damit vermischen. Die Eier dazu und mit dem Schneebesen ganz kurz und vorsichtig verrühren. In einer Pfanne Butter heiß werden lassen, den Teig hineingeben. Wenn der Teig am Rand aufsteigt, für zehn Minuten ins 180 Grad heiße Rohr. In einer zweiten Pfanne Zucker karamellisieren, den Schmarrn daraufstürzen und für weitere fünf Minuten ins Rohr. Zum Anrichten den Schmarrn mit zwei Löffeln zerreißen.





