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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 um 07:59 UhrKommentare

Johannes Steinhart: Hardliner soll Dorner nachfolgen

Mit Johannes Steinhart (57) soll ein als Hardliner geltender Funktionär der Wiener Ärztekammer die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Walter Dorner in der Weihburggasse antreten.

Johannes Steinhart (li.) soll Dorner nachfolgen

Foto © APAJohannes Steinhart (li.) soll Dorner nachfolgen

In vielfältigen Honorarstreitigkeiten mit der Gebietskrankenkasse erprobt, hat er zuletzt durch seinen erbitterten Widerstand gegen die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) von sich Reden gemacht. Außerhalb der Ärzteschaft hielt sich das Verständnis dafür in Grenzen.

Wie Dorner kommt Steinhart aus der ÖVP-nahen "Vereinigung Österreichischer Ärzte", gemeinsam ist beiden der Hang zum Grobschlächtigen. Sich in letzter Konsequenz mit dem Verhandlungspartner zu arrangieren, beherrschen beide. Überliefert ist ein Kassenvertragsdeal mit WGKK-Obmann Franz Bittner, der in einer Konditorei in Wien-Simmering abgeschlossen worden sein soll. Steinhart gibt sich allerdings viel aggressiver. Ob das ausreicht, um der "Vereinigung" bei der kommenden Wiener Kammerwahl erneut die Mandatsmehrheit zu sichern, bleibt abzuwarten.

Feindbild Stöger

Als jüngstes Feindbild hat sich Steinhart Gesundheitsminister Alois Stöger (S) auserkoren, mit dem Dorner durchaus gut zurecht kommt. In Steinharts Anti-ELGA-Kampagne wurde Stöger dagegen gleich mit Totengräber-Schaufel in der Hand aufs Cover der Kammer-Zeitung gerückt. Für Verwunderung sorgten auch Nackt-Inserate, mit der die angeblich mangelhafte Datensicherheit von ELGA illustriert werden sollte. In der Bevölkerung stieß dies laut einer Umfrage auf breite Ablehnung. Die Ärzte unterstützen dagegen laut Mitgliederbefragung zu 95 Prozent die ELGA-Ablehnung.

Steinhart, am 13. Jänner 1955 in Wien geboren, promovierte 1983 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Er absolvierte die Ausbildung zum Urologen und stieg in der Krankenanstalt des Göttlichen Heilandes in Wien-Hernals zum ärztlichen Leiter und Geschäftsführer auf. Daneben führt er auch eine Arztpraxis.

In der Wiener Ärztekammer engagierte er sich seit 1989. Zehn Jahre später wurde er Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte. In der Österreichischen Ärztekammer ist er unter anderem Referent für Grundlagenarbeit und gesundheitspolitische Analysen. Steinhart ist geschieden, als Hobbys nennt er Lesen, Musik, Malen, Yoga und diverse Sportarten.


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