St. Anton am Arlberg: Ein Traum in Weiß
Schifahren in St. Anton am Arlberg: Ein Wintersporterlebnis der besonderen Art. 84 Lifte, 280 km Schiabfahrten für jeden Geschmack und 180 km im freien Gelände lassen keinen Wunsch offen.

Foto © TVB St. Anton am ArlbergSchifahren in St. Anton am Arlberg
Zugegeben, St. Anton liegt vom Süden Österreichs aus gesehen nicht gerade gleich um die Ecke. Aber, jeder Kilometer ist es wert, den man für die Anreise in die Wiege des Schisports abspult. St. Anton, pulsierendes und doch traditionsverbundenes Herz des weitläufigen Arlberg-Schigebietes, verspricht nichts, was es nicht halten kann: Das Erlebnis auf zwei Brettln ist hier eine Dimension für sich, eine Herausforderung an die Kondition, wenn man alle Pisten erkunden will, ein Traum in Weiß, der sich auf jeder Bergspitze offenbart.
Im Grunde genommen ist es unnötig, auch nur einen einzigen Lift und eine einzige Piste zwei Mal hintereinander zu fahren. Zu breit und überwältigend ist das Angebot an Hängen und Gipfeln, an Bergbahnen - und auch an Schihütten. "Da geht dir's Herz iba, wann du unsare vielen Pischtn siachst", erklärt Hüttenwirt Vinzenz, während er die dampfenden Käsespätzle auf den Tisch stellt. Dick verschneit und in watteweiches Weiß gehüllt breitet sich die Vielfalt aus. "A anziga Schiurlaub wird gar nit gnua sein, um unsan Arlberg in all seina Procht kennenzlernen." Galzig, Valluga, Gampen und noch viele Berge mehr locken den Schifahrer, verleiten immer weiter, immer höher hinauf, noch eine Gondel, noch eine Abfahrt mehr zu nehmen. Und erst die Tiefschneehänge: Früh aufstehen, die erste Spur im Schnee ziehen, ist das eigentliche i-Tüpfelchen.
Los ist hier in St. Anton immer etwas, sei es die dichte Angebotspalette in den Ladies-Wohlfühlwochen im Jänner, oder bei den wilden Kerlen, die bei der "Red-Bull-Hütten-Rally" spektakulär aber gekonnt über Heustadel und Hütten springen. Bis zu mutigen Abenteuern auf dem einzigen Winterklettersteig Tirols und den Schneetreiben-Schi-Shows, die mittwochs für Stimmung sorgen, spannt sich eine Wintersaison, die bis Ende April dauert. Pulverschnee und Firn inklusive.
St.-Anton-Erfahrene wissen, dass geballte Schifahrerlust auch nach entsprechendem Après-Ski verlangt. Und sowohl in den Hütten an den Pisten als auch im verkehrsberuhigten Ortszentrum für jeden Typ das Entsprechende findet. Selbst wenn der weiße Rausch es ist, der die Besucher nach St. Anton zieht, sind Schi und Snowboard bei Weitem nicht die einzigen Vergnügungen, die der Ort bietet. Eine Fußgängerzone mit exklusiven Geschäften, mondäne und urige Bars und Restaurants, Loipen und Rodelbahnen, Wellness, Eisplätze und Sportmöglichkeiten ohne Ende lassen Tage und Nächte am Arlberg zu schnell vergehen.
Anspruchsvoll
Dass man sich des Rufes bewusst ist, die Wiege des Schisportes zu sein, beweisen nicht nur die anspruchsvollsten Abfahrten. "Für den Schindlerkar, die Kandahar- und die Gampbergpiste am Rendl brauchst viel Schmalz in die Wadln." Erfahrene Schilehrer, wie der Sepp, der den Arlberg seit 40 Jahren kennt, zeigen, wie man die nötigen Fähigkeiten erwirbt. Man ist stolz, dass die niederländische Königin Beatrix und Fürst Hans Adam von Liechtenstein Stammgäste sind. Das günstigste Zimmer mit Frühstück sind in der Nebensaison trotzdem bereits um 30 Euro pro Person zu haben.
Chamonix, Davos, Zermatt, Megéve. St. Anton spielt im Konzert der klassischen internationalen Schigebiete eine Hauptrolle. Und es liegt außerdem viel näher.
Features
Fotoserie
Gut zu wissen
Anreise: Über Salzburg und das Deutsche Eck gelangt man recht wintersicher über die Autobahn bis nach St. Anton. Varianten: über Innichen oder den Felbertauern. Am gemütlichsten ist die Bahnfahrt, der Bahnhof liegt mitten im Ort.
Saison: Bis zum 22. April geht es in St. Anton hoch her, mit vielen wöchentlichen Schwerpunkten von "Ladies First" bis Firnangeboten und bunten Events.
Eckdaten: 84 Lifte, 280 Kilometer Schiabfahrten für jeden Geschmack und 180 Kilometer im freien Gelände auf dem Arlberg insgesamt. Man gelangt bis auf 2811 Meter Seehöhe, die längste Abfahrt von der Valluga nach St. Anton ist 11,3 Kilometer lang.











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