Kelag bei Strompreis weiter kalt
Ohne konkretes Ergebnis endete der Strompreisgipfel zwischen Land Kärnten und den Energieversorgern. Als Soforthilfe stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

Foto © Fotolia/AnnasBei vielen bleibt die Heizung in diesen eisigen Tagen kalt
"Ich bin Sozialreferent und nicht der Vertreter der Kapitalisten", bemühte sich Landesrat Christian Ragger beim Strompreisgipfel um eine pointierte Abgrenzung zu seinen Verhandlungspartnern - den Vertretern der Energieversorger. Zwei Stunden lang diskutierten Ragger, Vertreter der Stromerzeuger Kelag und Stadtwerke und die Arbeiterkammer über die Stromarmut, die besonders im Winter spürbar wird. In rund 5000 Kärntner Haushalten kann der Heizstrom nicht mehr bezahlt werden. "Ich verbringe die Nächte im Skianzug, geduscht wird nur einmal pro Woche", schilderte eine Betroffene in der Kleinen Zeitung ihr Schicksal.
Kein Sozialtarif
Für Fälle wie ihren wollte man eine Lösung, etwa in Form eines Stromdeputats oder eines Sozialtarifes finden. "Die Kelag wird sicher keinen Sozialtopf füllen", machte Kelag-Chef Herman Egger gleich im Anschluss an die Sitzung klar.
Stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Egger: "Wir setzen auf das Thema Energie-Effizienz. Daher wollen wir das Einsparen weiter vorantreiben." Laut Ragger soll die Gruppe aber nicht nur Sparpotenziale suchen, sondern auch die rechtlichen Möglichkeiten für einen Sozialtarif nach steirischem Vorbild prüfen. "Die Kärntner haben die Kelag groß gemacht, nicht irgendwelche Großkonzerne", sagte Ragger und erneuerte seine Drohung in Richtung Egger. "Ein Vorstand eines Landesunternehmens hat auch eine sozialpolitische Verantwortung."
Sozialfällen bleibt einstweilen die Möglichkeit, sich direkt beim Land Kärnten um Geld aus dem aufgestockten Soforthilfefonds anzustellen. Wer im gemeinsamen Haushalt weniger als 1200 Euro beziehungsweise alleine weniger als 800 Euro verdient, kann die Soforthilfe beim Sozialreferat des Landes Kärnten beantragen. Die Hilfe beträgt zwischen 50 und 100 Euro.
Gleichzeitig plant Ragger den Austausch von Energiefressern wie alten Kühlschränken und Waschmaschinen zu fördern. Konkrete Richtlinien dazu gibt es allerdings noch nicht.
Features
Heizungshärtefonds
Betroffene können sich in der Sozialabteilung des Landes Kärnten bei Raimund Schnablegger melden. Tel.: (05) 0536 14645
Anträge auf: www.ktn.gv.at
Wer im gemeinsamen Haushalt weniger als 1200 Euro, bzw. im Ein-Personen-Haushalt 800 Euro bezieht, kann einen Antrag stellen
Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es keinen










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