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Zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 um 20:18 UhrKommentare

Er hilft allen auf die Beine

Ernst Orthner (58), Fußspezialist in der Privatklinik Maria Hilf, erhielt für die Entwicklung einer Sprunggelenk-Prothese einen Innovationspreis.

Foto © Weichselbraun

Es ist eine medizinische Karriere, die immer Hand und noch viel mehr Fuß hatte. "Seit 25 Jahren beschäftige ich mich mit Fußchirurgie", sagt der in Ried im Innkreis geborene Ernst Orthner, eine von Österreichs Koryphäen auf diesem Gebiet.

Und weil dem 58-Jährigen das Operieren - trotz 600 Eingriffen pro Jahr - allein nicht genügte, begann er früh mit Entwicklungsarbeiten. Vor Jahren brachte er ein Implantate-System auf den Markt, das "die Fußchirurgie revolutioniert" hat. "Leider haben wir damals kein Patent angemeldet, sonst hätte ich längst eine Insel auf dem Wörthersee", lacht der Wahlkärntner.

Orthners Forschergeist tat das keinen Abbruch. Seine aktuelle Innovation (mit Entwicklern der "Alphamed Medizintechnik"), eine dreiteilige Sprunggelenksprothese, wurde kürzlich vom Österreichischen Patentamt als eine der zehn besten Patente des Jahres prämiert. "Wir haben zwei Weltpatente auf diese Prothese, die Auszeichnung macht uns viel Freude." Die Prothese erhöht die Lebensqualität von Patienten nach Unfällen oder Abnützungen im Sprunggelenk, "wo man sonst nur die Möglichkeit hat, das Gelenk zu versteifen."

Der Traum vom Wörthersee erfüllt sich jetzt auch, im Sommer zieht er in ein Häuschen in Auen bei Velden, das derzeit renoviert wird. Mit seiner Frau, die als Kulturmanagerin in Wien arbeitet, und "immer schon am Wasser leben wollte", führt Orthner seit 23 Jahren eine Ehe auf Distanz. "Wahrscheinlich funktioniert es deshalb so gut."

Neben feiner Ironie zeichnet den Liebhaber klassischer Musik eine gewisse Risikofreudigkeit aus. 2008 verließ er nach 16 Jahren als Leiter der Unfallabteilung das Klinikum Wels. Statt dieses "Versorgungspostens" beschritt er in Althofen und seit 2011 als Leiter des Fußzentrums in Maria Hilf neue Wege. In den 1990er-Jahren tourte er mit einem selbst gebauten Expeditions-Fahrzeug durch "Libyen, Jordanien, Syrien oder die Mongolei."

Seit einigen Jahren nützt Orthner die karge Freizeit für ein humanitäres Projekt in Indien, das er "Kinderfüße brauchen Hilfe" nennt. Jeder kann seinen Beitrag leisten, ist Orthner überzeugt. WOLFGANG FERCHER


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