Bezirks- und Gemeindesuche
Für bewegende Bilder sieht er der Gefahr ins Auge
Robert Reinprecht (56) erhält am Montag von Präsident Heinz Fischer Gold für seine Einsätze als Kriegs-Kameramann.

Foto © PeutzRobert Reinprecht in Aceh (Sri Lanka) nach dem Tsunami
Wo Robert Reinprecht anrückt, gehen andere in Deckung. Denn dort ist entweder Krieg oder eine andere Katastrophe im Gange. Der 56-jährige Görtschitztaler ist ein Kameramann fürs Grobe. Aber einer mit Gespür fürs Feine, für Bilder, die bewegen: TV-Zuseher spenden, wenn sie all das Elend sehen. "Weil er meint, dass das ein wertvoller Beitrag zur Hilfe ist, verleiht mir Bundespräsident Heinz Fischer das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik", sagt Reinprecht.
Am Montag wird der Kärntner in Wien geehrt. Noch am Sonntag hat er Ausschreitungen in Athen gedreht. "Ich habe wieder die volle Ladung abgekriegt", erzählt er, "Tränengas, Brandbomben...".
Nichts Außergewöhnliches für Reinprecht, der "dutzende Male in Lebensgefahr" war. In "mehr als 160 Ländern" hat er für den ORF gedreht. "25 Stunden nach dem Tsunami war ich dort, beim Kaschmirkonflikt war ich in 5800 Meter Höhe im Einsatz", sagt er, "es folgten der Hurrikan in den USA, das Beben in Pakistan mit 80.000 Toten" und weitere "Horrordrehs" en masse.
Dabei hatte die Familie des Görtschitztalers eine friedlichere Karriere für ihn geplant: "Lehrer hätte ich werden sollen", erinnert er sich, "aber das wollte ich nicht". Eine Kaufmann-Lehre brach er ab. Fotografie habe ihn aber schon als 14-Jährigen fasziniert. Das Filmen auch. Eines Tages heuerte er als freier Mitarbeiter beim ORF an und fand seinen "Lehrmeister - den Seppi Steiner", sagt Reinprecht: "Ich war Kabelträger und habe die Geräte geputzt, bis ich selbst an die Kamera durfte."
Zwar war er dann noch beim Bundesheer auf UNO-Einsatz, aber schon bald als Heereskameramann. "Und auch der ORF hat mein Material genommen", sagt er. Anfang der 1990er-Jahre übersiedelte der Kärntner dann nach Wien. Unter eigener Firma arbeitet er dort für den ORF.
"Bomben und Minen bin ich knapp entkommen, den Dalai Lama traf ich persönlich", erzählt Reinprecht, der "seit 2000 keinen Krieg und keine Katastrophe ausgelassen" hat. Nicht aus Gier nach Gewalt, sondern, weil er "Leute wachrütteln" will.









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