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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 um 19:18 UhrKommentare

Ingold Wilhelmer: "TÜVtler" erster Güte

Der 46-jährige Ingold Wilhelmer ist der neue Leiter des TÜV Austria in Kärnten. Der Techniker hat eine bewegte Karriere hinter sich.

Früher gingen durch Ingold Wilhelmers Hände Unsummen an Geld, heute sind es Prüfberichte beim TÜV

Foto © KLZ/WeichselbraunFrüher gingen durch Ingold Wilhelmers Hände Unsummen an Geld, heute sind es Prüfberichte beim TÜV

Durch Ingold Wilhelmers Hände sind schon Unsummen an Geld gegangen. Leider durfte er davon aber nichts behalten - für ihn war es dennoch ein "erhebendes Gefühl", wenn er als Automatentechniker in Kasinos das Geld glücklichen Gewinnern übergeben konnte. Neidisch war er nicht, denn selbst zu spielen war nie ein Thema. Er sah oft genug mit an, wie im Kasino "Existenzen zugrunde gegangen sind". Deshalb wechselte er den Job: Der Techniker wurde zum Qualitätsmanager und ist nun der neue Leiter der Kärntner Geschäftsstelle des TÜV Austria.

Die hat bedeutende Kunden in der Industrie: Wilhelmer berät Autozulieferer, Stahlbaufirmen und Maschinenbauunternehmen. Aber auch soziale Dienstleister wie "pro mente" haben sich von ihm zertifizieren lassen. "Unsere Dienste werden quer durch alle Sparten in Anspruch genommen, das macht die Arbeit spannend", sagt der 46-Jährige.

Spannende Arbeitsplätze sucht sich Wilhelmer schon seit seiner Jugend. Nach der Matura an der HTL Lastenstraße arbeitete er zwei Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff, er betreute die Automaten des Schiffkasinos. Als er vom Unglück der Costa Concordia vor der Küste Italiens hörte, fühlte er sich 25 Jahre in die Vergangenheit versetzt. "Ich erinnerte mich an ein Unwetter, in das wir damals vor der Küste Chiles geraten sind. Der Schiffsboden hat wie bei einem Erdbeben gewackelt, die Wellen waren acht Meter hoch. Im Kasino ist alles heruntergefallen, aber wir sind heil davongekommen."

Unverletzt überstand Wilhelmer auch eine Karriere als Rennfahrer. Fünf Jahre lang fuhr er mit Gokarts, die 40 PS unterm Sattel hatten. "Da geht schon was weiter, die kommen auf bis zu 180 km/h." Dank des "Benzins im Blut" schaffte es der Sohn eines Automechanikers bis zum Tiroler Vizemeister. Das war 1997. Inzwischen ist er auf etwas gemütlichere Sportarten umgestiegen - zumindest in puncto Tempo. Der Radfahrer und Läufer will im Sommer einen Triathlon bestreiten.

JOSEF PUSCHITZ

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