Bezirks- und Gemeindesuche
Jože Kopeinig: "Wir stellen uns der Wahrheit"
Sodalitas-Rektor Jože Kopeinig spricht im Kleine Zeitung-Interview über eine neue Vortragsreihe. Das Motto heißt "In der Wahrheit leben, denn sie ist uns zumutbar".

Foto © KK/GotthardtKopeinig: "Es wird viel gelogen"
Im Bildungshaus Sodalitas beginnt am Donnerstag eine Vortragsserie unter dem Motto "In der Wahrheit leben, denn sie ist uns zumutbar". Der erste Teil des Zitats stammt von Vaclav Havel, der zweite von Ingeborg Bachmann. Was ist die Intention?
JOŽE KOPEINIG: Wir haben im Jahr 600 Veranstaltungen, aus denen diese Serie herausragen soll. Wir stellen uns verstärkt der Wahrheit, etwa bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und zunehmend auch des Kommunismus. Trotzdem fehlt in vielen Bereichen die Distanz, um Wahrheit zu erkennen. Es wird viel gelogen. Aus diesen Überlegungen ist diese Serie geboren.
Den Beginn macht Johannes Huber, Theologe und Facharzt. Passt das zusammen?
KOPEINIG: Die seriöse Naturwissenschaft steht nicht im Gegensatz zum Glauben. Beide haben nur einen anderen Blickwinkel auf dieselbe Wirklichkeit.
Mit Caritas-Präsident Franz Küberl geht es am Sonntag wohl um soziale Wahrheit?
KOPEINIG: Der Mensch sollte ein aktives Mitglied der Gesellschaft sein und Verantwortung tragen. Küberl ist ein überzeugender Anwalt der sozialen Gerechtigkeit.
Mit einem Abend mit Jan-Heiner Türk von der Uni Wien widmen Sie sich der Kirchenkrise.
KOPEINIG: Die herbeigeredet ist. Mit der "Initiative zum Ungehorsam" kann und will ich mich nicht identifizieren. Ich bin seit 47 Jahren glücklicher Priester. Das ist der schönste und abwechslungsreichste Beruf. Man ist ganz nahe am Menschen.
Besonders spannend wird es am 28. März, wenn Josef Feldner vom Heimatdienst und der Historiker Hanzej Filipi aufeinandertreffen.
KOPEINIG: Das wird keine Abrechnung, obwohl der Heimatdienst lange aggressiv gewirkt hat. Aber Feldner hat Einsicht gezeigt. Man muss auch ihm zuhören.
Mit Stefan Karner sind Sie im April der historischen Wahrheit auf der Spur.
KOPEINIG: Karner hat dunkle, verschwiegene Geschichte ans Tageslicht gebracht, ein besonderer Verdienst. Im Juli rundet ein Vortrag von Kardinal Kurt Koch zur Ökumene die Serie ab.
Gibt es ein übergeordnetes biblisches Prinzip?
KOPEINIG: Der Apostel Paulus hat gesagt, dass uns die Wahrheit befreien wird.


















-Anzeigen

