Bezirks- und Gemeindesuche
"Aus" für München ein Drama für Kärnten
Keine Chance für den Flug von Klagenfurt nach München. Nicht einmal eine Geldspritze würde das Lufthansa-Management umstimmen.

Foto © KLZ/WeichselbraunFlughafen Klagenfurt
Noch vor drei Wochen war die Chemie zwischen Flughafen Klagenfurt und dem Lufthansa-Management in Ordnung. Man sprach über die Ausweitung der Frankfurt-Flüge, checkte die Optimierung der München-Flüge ab und verhielt sich durchaus zukunftsorientiert. Anzeichen für einen baldigen Rückzug der Airline aus Klagenfurt gab es keine. Als am Dienstagnachmittag die dürre Mitteilung über das "Aus" der München-Flüge auf dem Schreibtisch des Flughafen-Chefs Johannes Gatterer landete, glaubte er noch an einen Scherz. Aus dem wurde am Mittwoch mit der offiziellen Bestätigung des Lufthansa-Managements bitterer Ernst. "Man sagte uns, die Streckenergebnisse seien so katastrophal, dass nicht einmal finanzielle Zuschüsse eine Meinungsänderung herbeiführen würden", ist Gatterer entsetzt über die überfallsartige Mitteilung. Die Auslastung auf der Strecke betrug übers Jahr gerechnet 56 Prozent.
Mangelnde Unterstützung
Bettina Rittberger, Pressesprecherin der Lufthansa, bestätigt den unwiderruflichen Ausstieg aus dem München-Flug. "Es gab keine ausreichende Auslastung", so der knappe Kommentar. Was sie noch hinzufügt, stimmt allerdings bedenklich: "Es gab für den München-Flug keine flächendeckende Unterstützung der Vertriebspartner. Man riet den Kunden ab, über München zu fliegen und drängte auf andere Alternativen. Das trug nicht zur besseren Auslastung bei", spricht Rittberger offensichtlich die Kärntner Reisebüros an, ohne freilich Namen zu nennen. "Wo gibt es denn die Alternativen?", stellt Gatterer die Begründung infrage.
Die Aussagen aus der Lufthansa-Chefetage scheinen überhaupt divergierend. Dem Flughafen Klagenfurt teilte das Management mit, man müsse sich für die bevorstehende Krise rüsten, daher würden alle Destinationen aus dem Programm gestrichen, die nicht wirtschaftlich seien. Fakt ist, dass im Moment immer mehr Fluglinien ins Trudeln geraten und mit rigorosen Sparmaßnahmen versuchen, sich in den Lüften zu halten. Air Berlin hat fast die Hälfte seiner Flüge, darunter auch die Deutschland-Destinationen von Klagenfurt, gestrichen. Da ist es schon als Erfolg zu werten, dass die Lufthansa-Tochter AUA zumindest die 6-Uhr-Anbindung von Klagenfurt nach Wien mit dem Winterflugplan wieder eingeführt hat.
Der Abflug der Lufthansa reißt ein Loch von 800.000 Euro ins Budget des Klagenfurter Flughafens. Von den 400.000 Passagieren flogen 70.000 nach München. "Wir werden uns um Alternativen bemühen", verspricht Gatterer, doch große Hoffnungen macht er nicht. "Wie viele Linien haben wir schon nach Kärnten gebracht, alle sind wieder abgezogen, weil die Auslastung nicht gepasst hat." Kärnten mit seinem geringen Wirtschaftsaufkommen sei eben kein gutes Pflaster für Fluglinien. Damit wird KLU immer mehr zum bedeutungslosen Provinzflughafen. Die bange Frage der Wirtschafter ist nicht von der Hand zu weisen: "Wie lange wird KLU noch im internationalen Flugplan aufscheinen?"


















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