AK-Test zu Haltbarkeitsdaten: 'Antiquitäten' in Supermärkten
Unter anderem beanstandete die Arbeiterkammer abgelaufene Kindernahrung und Fleisch. Rekordhalter war eine Packung Mehl, die das Haltbarkeitsdatum bereits um 210 Tage überschritten hatte.

Foto © APSujetbild
Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich haben in Supermärkten im Großraum Linz die Regale nach abgelaufener Ware durchsucht - und dabei wahre Antiquitäten entdeckt. Rekordhalter war eine Packung Mehl, die das Haltbarkeitsdatum bereits um 210 Tage überschritten hatte. Aber beispielsweise auch Kindernahrung, 52 Tage über der Zeit, oder mariniertes Schweinefleisch, das seit sechs Tagen abgelaufen war, fanden sich, wie die AK in eine Presseaussendung am Donnerstag mitteilte.
Weil zuletzt einige Beschwerden bei der Konsumenteninformation eingegangen seien, habe man sich zu dem Experiment entschlossen, hieß es in der Mitteilung. Zehn Tage lang wurden in 28 Geschäften im Großraum Linz die Regale gezielt nach abgelaufener Ware durchsucht. Das Ergebnis: In 19 Supermärkten fanden die Tester insgesamt 133 Produkte, die das Verbrauchsdatum bereits überschritten hatten. Beanstandet wurden auch Gläser mit Senf-Ragout, die bereits 127 Tage über der Zeit waren. Weitere unappetitliche Funde: mehrere Packungen Anchovis (46 Tage), Frucht-Desserts (49 Tage) oder 20 Tage zu lang gelagertes Bier.
Mehr Zeit für Wartung der Regale gefordert
Es sei unzumutbar, die Kontrolle des Ablaufdatums auf den Käufer abzuwälzen, kritisierte die AK. Die Lebensmittelketten müssten ausreichend Zeit für die Wartung der Regale veranschlagen. Abgelaufene Lebensmittel dürfen weiterhin verkauft werden, der Verbraucher muss aber deutlich und für jeden verständlich darauf aufmerksam gemacht werden. Ausnahmen sind sensible Lebensmittel wie Fleisch, frischer Fisch oder Rohmilch. Sie dürfen nach Ablauf des angegebenen Zeitpunktes nicht mehr in Umlauf gebracht werden, erklärten die Konsumentenschützer.














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