Steirer bei der Diagonale: Mosaikvögel und der Drogenrausch
Bei der Diagonale erlebt Michael Glawoggers "Contact High" mit Drehbuchautor Michael Ostrowski in der Hauptrolle seine Uraufführung.

Foto © APAMichael Glawogger und Michael Ostrowski bei den Dreharbeiten zu der Drogenkomödie "Contact High"
Ihr neuer Spielfilm trägt den schönen Titel "Contact High". Könnten Sie ein paar zweckdienliche Hinweise dazu geben?
MICHAEL OSTROWSKI: Der geht zürück auf Tom Wolfes Buch "The Electric Kool-Acid Test" über den amerikanischen Autor Ken Kesey. Kesey hat immer Happenings mit LSD gemacht. Wenn Leute dazugekommen sind, die keine Drogen genommen haben, waren sie trotzdem high.
MICHAEL GLAWOGGER: Diesem Phänomen stand ich skeptisch gegenüber. Wir haben dann bei Ärzten recherchiert und die haben bestätigt, dass es das gibt.
Hierzulande kennt man es aus der Alkohol-Folklore.
OSTROWSKI: Ist das ein schönes Wort! Österreich hat ja eine durchaus ernst zu nehmende und tief in der Bevölkerung verwurzelte Alkoholfolklore. Über dieses Thema reden wir auch im Film: Die ganze Welt wird ja mit Alkohol betoniert. Würde das wegfallen, würde alles auseinander brechen.
GLAWOGGER: Dann würde der "Musikantenstadl" nur noch am Mars aufgeführt werden. Der "Musikantenstadl" ist eigentlich die wirkliche, verinnerlichte Alkohol-Folklore.
Im Oktober 2007 war "Contact High" abgedreht, jetzt wird er bei der "Diagonale" gezeigt und läuft am 17. April regulär an. Warum so spät? Absicht, purer Zufall?
GLAWOGGER: Das ist nicht purer Zufall, sondern der Film hat sich etwas vorgenommen, was in Österreich so noch nicht gemacht wurde. Das ist eine Form der Visualisierung auch der Drogenräusche, die vorkommen. Nach dem die Realszenen abgedreht waren, wurden die Zeichentricksequenzen gemacht. Wir haben Computertricks eingesetzt, die für uns alle Neuland waren. Die Nachbearbeitung hat Monat um Monat gebraucht. Bei uns ist das nicht gang und gäbe wie bei einem amerikanischen Film. Wir mussten uns das alles erst in der Postproduktion erarbeiten. Eigentlich waren dafür die Finanzen gar nicht da. Der Film ist also schon lange fertig, aber dann mussten die Mosaikvögel aus der Wand fliegen, dann musste ein Zeichentrickfilm gezeichnet werden Blatt für Blatt. Bis sich das alles zusammenfügte und der Schnitt dahingehend adaptiert wurde, dauerte es seine Zeit. Dieser Aufwand wird im österreichischen Film einen neuen Tonfall anschlagen. Rein visuell hat man so einen Film aus Österreich sicher noch nicht gesehen. Für "Contact High" sind 20 bis 30 Computerkids mehrere Monate an der Arbeit gewesen.













