Filmfestival Diagonale 2012 eröffnet mit Spielfilm "Spanien"
Das Grazer Filmfestival "Diagonale" eröffnet heuer in der Helmut-List-Halle mit dem Spielfilm "Spanien" von Anja Salomonowitz. Das genaue Diagonale-Programm wird am 8. und 9. März in Graz und Wien präsentiert.

Foto © Kleine Zeitung/Diagonale
Hier der schwermütige Moldawier Sava, ein Holzschnitzer, der von einem Schlepper betrogen wird und statt in Spanien in Niederösterreich landet. Da die kühle Restauratorin Magdalena, die sich nach ihrer Scheidung nachts einfach Männer von der Straße fischt. Dort der Fremdenpolizist Albert, ihr Ex, der sie vermisst, beschattet, plötzlich einen "Tschuschen" in ihrem Leben bemerkt . . .
Das ist der Kern von "Spanien", dem ersten Spielfilm von Anja Salomonowitz, der die heurige Diagonale eröffnet. Die 35-jährige Wiener Regisseurin geht mit dem in Österreich lebenden Bulgaren Dimitré Dinev als Co-Autor "der ewigen Frage nach, ob man das eigene Glück auf dem Unglück anderer aufbauen kann". Und sie tut dies "mit ganz eigener Erzählweise, mit imposanter Bildästhetik und Lichtdramaturgie", wie Barbara Pichler bei der gestrigen Pressekonferenz schwärmte.
Höhepunkte
Die Diagonale-Intendantin freut es, mit "Spanien" eine Regisseurin groß präsentieren zu können, und setzt auch wieder mit der im Vorjahr begonnenen Leiste "Shooting Women" einen Frauenschwerpunkt. Diesmal sind es dokumentarische Arbeiten (u. a. von Käthe Kratz und Karin Berger), die weibliche Positionen im Filmschaffen umreißen sollen.
Weitere Höhepunkte der Diagonale 2012, an deren Detailprogramm noch getüftelt wird: In der Reihe "FilmExil" gibt man Einblicke in das Schaffen des Schauspielers, Regisseurs und Kameramanns Charles Korvin, der 1937 in die USA emigrieren musste. Als Gast begrüßt man den Israeli Avi Mograbi, der den Nahostkonflikt in seinen Filmen stets an der Nahtstelle von Politischem und Privatem beleuchtet. Und die Personale widmet sich Ferry Radax: Sechs Programme sollen etwa zeigen, wie modern der bald 80-Jährige mit seinen Collage- und Assoziationstechniken schon seit den 50ern ist; der Wiener wird übrigens in der Grazer Galerie remixx auch als Maler und Fotograf präsentiert.
Wermutsliter für die Diagonale: Der Hauptsponsor A1 ging verloren. "Ein großer Schlag", sagt Pichler und will nicht aus dem Jammertal rufen, aber: "Bei unserer instabilen Finanzstruktur, in der nur 50 Prozent des Budgets von Stadt, Land und Bund gedeckt sind, sind wir an einem Limit angekommen, an dem mittelfristig Einsparungen und Ausfälle sichtbar werden".









