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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 um 10:41 UhrKommentare

Energieverbrauch auf Maximal-Stufe

Ob der klirrenden Kälte war das Strom-Netz in Österreich in dieser Woche so hohen Belastungen ausgesetzt wie nie zuvor, die Kälte treibt laut E-Control den Gasverbrauch um ein Viertel nach oben. Auch in vielen anderen Ländern bleibt die Energie-Situation angespannt.

Foto © Wanja Jacob - Fotolia.com

Die massive Kältewelle treibt laut E-Control den Gasverbrauch in Österreich um rund ein Viertel nach oben. Die Kraftwerke laufen auf Hochtouren, auch um Wärme zu produzieren. Bei Temperaturen von um minus 10 Grad liege der Gasverbrauch um rund 25 Prozent über jenem eines durchschnittlichen Tagesverbrauchs

Spielraum nach oben"

Wegen der klirrenden Kälte war das Stromnetz in Österreich Anfang dieser Woche so hohen Belastungen ausgesetzt wie nie zuvor. Zu den Tageszeiten mit dem höchsten Verbrauch wurden Lastspitzen von 10.000 Megawatt (MW) erreicht, hieß es am Mittwoch seitens der Verbund-Übertragungsnetztochter Austrian Power Grid (APG) zur APA. Dies sei ein Wert, wie er noch nie im heimischen öffentlichen Netz registriert wurde. Das Netz sei aber dennoch stabil, wurde betont: "Da ist sicher noch Spielraum nach oben".

Neue Vorwürfe gibt es unterdessen gegenüber Moskau: Nachdem Russland die Gaslieferungen an den Westen wegen der extremen Kälte reduziert hat, klagt Italien über Schwierigkeiten. "Wir befinden uns im Notstand, doch wir haben reagiert, indem wir die Gasimporte aus Algerien und aus Nordeuropa über die Schweiz erhöht haben. Bis Mittwoch wird es keine Probleme mit das Gasversorgung geben", teilte Eni-Geschäftsführer Paolo Scaroni in einem Radiointerview am Montag mit.

Russland pumpt nach Angaben seines Nachbarn Ukraine nach wie vor etwa ein Zehntel weniger Gas nach Westen als vereinbart. Die Ex-Sowjetrepublik erhalte derzeit statt der vertraglich festgelegten 510 Millionen Kubikmeter am Tag nur 460 Millionen Kubikmeter, sagte Energieminister Juri Boiko am Mittwoch nach Medienberichten in Kiew. Die Ukraine zapfe daher mehr Gas aus ihren unterirdischen Speichern ab, so Boiko.

Russland hatte nach Klagen westlicher Abnehmer am Wochenende erstmals Lieferschwierigkeiten eingeräumt. Der Staatskonzern Gazprom müsse zuerst die gestiegene Nachfrage auf dem heimischen Markt bedienen, hatte Regierungschef Wladimir Putin gesagt. Wegen der Eiseskälte ist der Energieverbrauch im größten Land der Erde auf ein Rekordniveau geklettert.

"Es braucht sich kein Österreicher Sorgen machen. Wir haben große Speicherkapazitäten", hatte Wirtschaftsminister Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zuletzt versichert. Die heimischen Gasvorräte würden die Hälfte des Jahresbedarfs abdecken. Die geringeren Gaslieferungen könnten unter anderem mit der Kälte zusammenhängen, erklärte Mitterlehner.

Engpässe in Frankreich

Ausgerechnet das Atomland Frankreich braucht unterdessen verstärkt Strom aus dem Ausland, unter anderem vom Atomaussteiger Deutschland. Bei der Kälte brummen in Frankreich die Stromheizungen, der Verbrauch explodiert. Aber auch in Deutschland bleibt die Situation angespannt: In Baden-Württemberg wurde ein Reservekraftwerk ans Netz genommen, außerdem wurde die Leistung zweier Kraftwerke aus Österreich angefordert, erklärte das Landes-Umweltministerium in Stuttgart.

Wie bekannt hatten sich die österreichischen Versorger Verbund und EVN schon im Herbst zu einer "Strom-Hilfe" für Deutschland über den Winter bereit erklärt und dafür bestimmte thermische Kapazitäten zur Verfügung gestellt.


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